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16. März 2010
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Masern-Gefahr im Pfingsturlaub

Ärzte raten Eltern, Schutzimpfungen ihrer Kinder überprüfen zu lassen – Diskussion über Impf-Pflicht

Von Hendrik Rasehorn

HANNOVER. Um weitere Masernausbrüche zu verhindern, fordert der Leiter der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut, Heinz Josef Schmitt, Impf-Pflicht für Kinder. "Nicht umsetzbar", urteilt der Leiter des Niedersächsischen Landesgesundheitsamts.

Immer mehr impfmüde Deutsche würden das Virus weiterverbreiten, tadelt Schmitt, "Deutschland ist die Keimschleuder der Welt".

"Das ist Populismus, dafür gibt es keinen Beleg", kritisiert Professor Adolf Windorfer vom Landesgesundheitsamt. Die Forderung Schmitts nach einer Pflicht-Impfung für Kinder lehnt er ab: "Die gab es in der DDR, heute in Deutschland ist dies nicht umsetzbar." Dass Masern bald großflächig in Niedersachsen auftreten könnten, hält Windorfer für wenig wahrscheinlich.

Eine mögliche Gefährung könnte es im Pfingsturlaub geben, sagt der Vorsitzende des Niedersächsischen Berufsverbandes Kinder- und Jugendärzte, Dr. Tilman Kaethner: "Reisende aus den betroffenen Regionen in Nordrhein-Westfalen könnten die Masern möglicherweise in die Touristengebiete an der Nordsee einschleppen. Das Risiko dürfte aber gering sein." Er rät Eltern, vor dem Urlaub die Schutzimpfungen ihrer Kinder überprüfen zu lassen.

Bei der letzten Landeserhebung von 2004 zur Masern-Impfquote der Kinder, lag diese bei der 1. Impfung mit fast 94 Prozent knapp über dem Bundesdurchschnitt, bei der 2. Impfung mit mehr als 65 Prozent knapp darunter. "Laut Weltgesundheitsorganisation gelten Masern als ausgerottet, wenn beide Impfquoten über 95 Prozent liegen", sagt Thomas Spieker, Sprecher des Niedersächsischen Gesundheitsministeriums.

Maserngefährdet seien vor allem zwei Gruppen, berichtet Dr. Wolfgang Ribbe, Leiter des jugendärztlichen Dienstes in Goslar: "Sozial Schwache vergessen manchmal schlicht, ihre Kinder impfen zu lassen. Und es gibt sozial Bessergestellte, etwa Lehrer und einige Arztkollegen, die Impfungen aus Überzeugung ablehnen."

Viele dieser Impfgegner tauschen sich im Internet aus. Sie bemängeln unter anderem, dass durch Zusatzstoffe unter Umständen bei einigen Menschen allergische Reaktionen ausgelöst werden können.

Der Leiter des Landesgesundheitsamtes, Professor Windorfer, kontert: "Allergische Reaktionen sind Einzelfälle. Impfungen machen nur Sinn, wenn sie vorbeugend gegeben werden. Sie sind eine fantastische und billige Methode, um schwere Krankheiten zu verhindern."

Montag, 22.05.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5441767/menuid/2044

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