VW-Affäre: Uhl erneut belastet
Bericht der "Welt": Vier Zeugenaussagen gegen Wolfsburger Abgeordneten
Von Andreas Tyrock
WOLFSBURG. Der Zeitung "Die Welt" liegen nach eigenen Angaben Ermittlungsakten der Braunschweiger Staatsanwaltschaft in der VW-Affäre vor. Demzufolge wird der Wolfsburger Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Uhl (SPD) belastet.
Laut "Welt" hat ein Zeuge im Mai gegen Uhl ausgesagt: Uhl sei "mit Sicherheit" bei der VW-Party in der Knochenhauerstraße in Hannover dabei gewesen. Damit bekräftigte er frühere Vorwürfe, über die unsere Zeitung bereits berichtete.
Der Zeuge bezieht sich auf Sex-Partys auf Firmenkosten in der Rotlicht-Szene von Hannover. Gegen Uhl sollen auch zwei Frauen mit den Künstlernamen "Laura" und "Monika" ausgesagt haben.
Uhl, der unter anderem Geschäftsführer des VW-Konzernbetriebsrates war, hat die Vorwürfe stets bestritten. An solchen Veranstaltungen habe er nie teilgenommen. Auch habe er sich nie "auf Firmenkosten mit Prostituierten vergnügt". Dazu legte er eine eidesstattliche Versicherung ab. Die Staatsanwaltschaft ermittelt laut "Welt" jetzt gegen Uhl wegen des Verdachts der Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung. Für eine Stellungnahme war Uhl gestern nicht zu erreichen.
Wie die "Welt" weiter berichtet, seien auch der SPD-Landtagsabgeordnete und Betriebsratschef im Werk Hannover, Günter Lenz, sowie Ex-Konzernbetriebsratschef Klaus Volkert belastet worden.
Ein früherer Mitarbeiter von Ex-VW-Personalvorstand Peter Hartz habe ausgesagt, Lenz sei Ansprechpartner und Organisator einschlägiger Vergnügungen mit VW-Angestellten gewesen. In Hannover soll er "Verbindungen in die Rotlichtszene" unterhalten haben. Lenz bestreitet ebenfalls alle Vorwürfe.













