Fall Nadine: Vater bleibt in Haft
Landeskriminalamt erstellt DNA-Gutachten Bruder erinnert sich nicht an Unfall
GIFHORN. Zwei Stunden dauerte die Verhandlung vor dem Gifhorner Amtsgericht, doch am Ende blieb alles beim Alten: Der Vater der verschwundenen Nadine aus Gifhorn bleibt in Haft.
Der Anwalt des 31-Jährigen hatte beantragt, die Haft seines Mandanten zu überprüfen, da seiner Meinung nach keine Fluchtgefahr besteht. Das sahen die Richter anders. Der Haftbefehl bleibe wegen des Verdachts der Körperverletzung mit Todesfolge und Kindesmisshandlung aufrechterhalten, teilte der Hildesheimer Oberstaatsanwalt Bernd Seemann mit.
Der Vater saß während der Verhandlung vor der Tür. Mit dabei war unter anderem auch Nadines Großvater, der den 31-Jährigen schon 2001 wegen Körperverletzung angezeigt hatte. Gestern wollte er seinen Sohn offenbar aufmuntern.
Tatsächlich sprechen Indizien dafür, dass das Mädchen schwer misshandelt wurde. Die Eltern bleiben zwar dabei, dass es im Jahr 2003 bei einem Sturz aus dem Hochbett tödlich verunglückte. Doch möglicherweise starb es schon viel früher. Darauf deuten auch Aussagen ihres inzwischen zehn Jahre alter Bruder hin: Er kann sich an keinen Unfall erinnern. Nadine habe immer nur Brei gegessen und sei dann plötzlich weg gewesen, sagte Seemann und bestätigte Medienberichte. Damit liege die Vermutung nahe, dass sie nicht erst im Alter von etwa zweieinhalb Jahren starb.
Das Landeskriminalamt ist dabei, ein DNA-Gutachten zu erstellen. Das soll klären, ob der 31-Jährige tatsächlich der Vater des Mädchens ist. Es gibt Gerüchte, dass er das Kind nie als sein eigenes anerkannt und seiner Frau einen Seitensprung vorgehalten hat. Die Leiche des Mädchens wurde bis heute nicht gefunden, aber die Ermittler hatten Kleidungsstücke sichergestellt, an denen noch Spuren des Erbgutes sein könnten.
"Wir gehen davon aus, dass wir die Ermittlungen Mitte Januar abschließen können", sagte Seemann.













