Was machen die Unis mit den Studiengebühren?
Einige Hochschulen missbrauchen Einnahmen offenbar für millionenteure Bauten
HANNOVER. Niedersachsens Studenten zahlen 500 Euro Studiengebühren pro Semester. Mit den Einnahmen sollen die Lernbedingungen verbessert werden. Doch einige Universitäten stecken das Geld auch in Bauvorhaben. "Ein Verstoß gegen das Gesetz", sagen Kritiker.
"Die Einnahmen aus Studiengebühren stehen für die Lehre zur Verfügung", versicherte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU) in einem Brief an alle Studenten. Bisher zahlten nur die Erstsemester, vom Sommer an dann alle.
Der Minister nannte auch Beispiele: Längere Öffnungszeiten der Bibliotheken, bessere Laborausstattung, mehr Tutorien (Betreuer).
Doch einige Hochschulen zählen auch Bauvorhaben dazu. So soll für drei Millionen Euro ein Gebäude der Universität Göttingen umgebaut werden. Die Universität Hannover will offenbar rund drei Millionen Euro fürs Bauen, darunter neue Aufenthaltsräume, ausgeben.
"Wir gehen derzeit nicht davon aus, dass Baumaßnahmen finanziert werden", sagt dagegen die Sprecherin der TU Braunschweig, Elisabeth Hoffmann.
"Die Praxis verstößt gegen das Hochschulgesetz", so die Göttinger SPD-Abgeordnete Gaby Andretta zu Göttingen und Hannover. "Die Zusatzeinnahmen stopfen Baulücken statt Bildungslücken", kritisiert auch die Braunschweiger Grüne Gabriele Heinen-Kljajic.
Was machen die Hochschulen in unserer Region?
TU Braunschweig: Die TU finanziert mit 786 500 Euro Einnahmen zunächst für die Erstsemester unter anderem Tutorien, Sprechstunden, Hilfskräfte, Studiengruppen, zusätzliche Sprachkurse, Laborausrüstung, Lehrbücher und Kopierer.
Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel: Sie hat mit 415 000 Euro bisher unter anderem Vorbereitungskurse, Orientierungsseminare, Mentoren-Programme ("Patenschaften"), bessere Ausstattung von Vorlesungsräumen (neue Tafeln und Beamer) und Bücher finanziert. Zusätzliche Hörsäle werden aber gebraucht. Auch am Standort Wolfsburg soll deshalb investiert werden.
TU Clausthal : Die TU gibt die bisher 160 000 Euro vor allem für die bessere Betreuung der Studierenden aus, zum Beispiel durch Tutoren- und Mentorenprogramme.
Bauarbeiten sollen aus den Gebühreneinnahmen nicht finanziert werden. "Sie sind nicht notwendig", so Herbert Stiller, Leiter des Studienzentrums. Grundsätzlich hält die TU die Finanzierung von Umbauten aber für zulässig.NIEDERSACHSEN













