Drei Unis wollen vorn mitspielen
Meilenstein für die Niedersächsische Technische Hochschule Viele Details müssen noch geklärt werden
HANNOVER. Es ist ein Paukenschlag: Bis 2020 soll über Ingenieurwissenschaften, Informatik und Naturwissenschaften in Braunschweig, Clausthal und Hannover unter dem Dach der Niedersächsischen Technischen Hochschule (NTH) entschieden werden.
"Mit der NTH machen wir uns nicht mehr selbst Konkurrenz, sondern können gemeinsam in der Champions-League auch Pokale holen", frohlockt Wissenschaftsminister Lutz Stratmann. Allerdings gehe es nicht um eine Fusion. Alle drei Hochschulen blieben eigenständig.
"Neue Mentalität"
Der Clausthaler TU-Präsident Edmund Brandt sieht seine Universität endgültig gesichert, denn unter dem NTH-Dach garantiert das Land "mindestens die gegenwärtige Ausstattung".
Braunschweigs TU-Präsident Jürgen Hesselbach sieht eine neue Mentalität aufscheinen: Es sei Unsinn, in der Metropolregion Hannover-Braunschweig weiterhin auf Konkurrenz zu setzen.
Allerdings löst die NTH auch Ängste aus. Die Physik in Braunschweig und das Bauingenieurwesen in Hannover wehren sich gegen die Ansiedlung in der jeweils anderen Stadt.
Vermutlich wird jedoch nicht alles so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Zunächst einmal legten sich alle Unterzeichner der Erklärung darauf fest, dass die NTH-Umsetzung erst 2020 abgeschlossen sein soll.
Und dann gaben sowohl Braunschweigs Präsident Hesselbach als auch Hannovers Präsident Barke gestern eine Erklärung ab, die leichte Entspannung signalisiert. Auch zum Wintersemester 2007/2008 nehmen beide Unis noch Studenten in den zum Austausch vorgesehenen Fächern auf.
Gesetz wird vorbereitet
Gemeinsame Arbeitsgruppen sollen nun die künftige Marschroute festlegen.
Sie bereiten einerseits das NTH-Gesetz vor, das Stratmann ankündigte und das gestern auch von der SPD-Landtags-Opposition gefordert wurde. Der neue Landtag soll es 2008 auf den Weg bringen. Doch unverzüglich soll in einer Arbeitsgruppe auch die Zusammenlegung von Fakultäten vorbereitet werden. Hierzu bietet das Hochschulgesetz bereits jetzt die Möglichkeit.
Kandidaten für einen Austausch sind, wie berichtet, Physik und Bauingenieurwesen. Auch in der Informatik soll sich Entscheidendes tun allerdings unter Beibehaltung dreier Standorte in Braunschweig, Hannover und Clausthal.













