Ministerin: Kinderarmut ist beschämend
Unsere Zeitung startet Spendenaktion "Das goldene Herz" Ursula von der Leyen: Damit lässt sich viel bewegen
BERLIN. Über zwei Millionen Kinder in Deutschland leben in Armut: "Es ist eines der beschämendsten Probleme unseres Landes", sagt Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) im Interview mit unserer Zeitung.
"Jeder an seiner Stelle muss sich dafür einsetzen, dass wir hier deutlich besser werden", fügt sie hinzu.
Die Politik müsse vor allem dafür sorgen, dass junge Eltern auf eigenen Füßen stehen könnten und die Kinder früh gute Bildung hätten: "Nicht Kinder machen arm, sondern Kinder leben in Armut, wenn die Eltern keine Arbeit haben."
Ehrenamtliches Engagement vor Ort sei für eine kinderfreundliche Gesellschaft unverzichtbar aktiv in Projekten oder als Unterstützer. "Und es lässt sich viel bewegen, wenn Medien eine Spendenaktion ins Leben rufen, an der sich viele Menschen beteiligen."
Auch der Präsident des Kinderschutzbundes, Heinz Hilgers, sagt, ehrenamtliche Aktionen wie Mittagstische für arme Kinder seien wichtig. Er fordert aber auch einen Kurswechsel der Politik. "Kinder in Armut heißt: Sie werden krank, wenn die Klassenfahrt ansteht, sie gehen nicht zur Geburtstagsfeier, weil sie kein Geschenk haben." Da ticke eine Zeitbombe, sagt Hilgers: Werde nicht umgesteuert, würden diese Kinder später zum großen Teil selbst Leistungsempfänger.
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