"Wir brauchen eine Bestenauslese"
Der Schulleitungsverband fordert bessere Arbeitsbedingungen für Rektoren
Von Michael Ahlers
HANNOVER. Wie es sein sollte, weiß Helga Akkermann vom Schulleitungsverband genau: "Wir brauchen eine Bestenauslese", sagt Akkermann, wenn es darum geht, Schulleiterstellen zu besetzen.
Doch die Realität sieht anders aus. Hunderte Schulleiterstellen sind nicht besetzt, die Schulen müssen sich irgendwie durchschlagen. Mit der "eigenverantwortlichen Schule", bei der die Schulen vom Einstellen von Personal bis zu den Ausgaben immer mehr Verantwortung übernehmen sollen, ist der Job noch verantwortungsvoller geworden.
"Es hat immer mehr Aufgaben obendrauf gegeben, aber keinen angemessenen Ausgleich", sagt Akkermann. Und das gilt nicht nur für die zeitliche Belastung: Rund 250 Euro monatlich gibt es laut Kultusministerium für das Leiten einer Grundschule. Potenzielle Bewerber fürchten offenbar, dass manche Schule keine Zukunft mehr hat. In Wolfsburg beispielsweise, das 24 Grundschulen hat, wird seit längerem über das Zusammenlegen von Standorten diskutiert.
Dass die Lage an den Hauptschulen nicht noch ernster ist, liegt daran, dass es so viele selbstständige gar nicht mehr gibt: "312 von 485 Hauptschulen sind in verbundenen Systemen mit Realschulen", so Georg Weßling, Sprecher im niedersächsischen Kultusministerium. Dort gebe es einen gemeinsamen Leiter.
Ein weiteres Problem: Oft verzögern Konkurrentenklagen Besetzungen. Die Stellen mit Bewerbern der jeweiligen Schule zu besetzen, soll laut Schulgesetz nur in Ausnahmefällen zulässig sein. Die erfolgreichen Kandidaten kommen daher meist von Nachbarschulen oder aus der Schulbehörde. Schulleiter wurden zudem zu den Schulbehörden oder ins Ministerium abgeordnet. Dies seien aber nur wenige Fälle, so Weßling. Andere wechselten zum "Schul-Tüv".
Busemann plant für 2009 eine Arbeitszeitverordnung für Schulleiter eine Forderung des Schulleitungsverbandes. "Die Kernaufgabe Schulleitung wird darin definiert", sagt Weßling. Bisher heiße die Formel "Unterricht plus Entlastungsstunden". Den Unterricht vieler Kollegen könnten die Leiter aus Zeitgründen gar nicht besuchen, nennt Akkermann ein Beispiel nur den der Neuen. Im Ministerium weiß man auch, dass bei der Bezahlung etwas passieren muss zumindest an Grundschulen. Das Ziel heißt "A12 plus X".













