Die Wärmebild-Kamera enthüllt: Braunschweigs Schloss ist vorbildlich gedämmt
Im Rathaus-Anbau ließe sich mit so guter Dämmung 40 Prozent Energie sparen
BRAUNSCHWEIG. Ortstermin gestern früh um 7.30 Uhr auf dem Bohlweg in Braunschweig. Im Osten die Rekonstruktion des Schlosses als Neubau und im Westen der 38 Jahre alte Anbau des Rathauses.
Ausgestattet mit einer Wärmebildkamera prüfen Volker Huckemann vom Institut für Gebäude- und Solartechnik und Dörte Blenke, Energieberaterin der Nibelungen Wohnbau, für unsere Zeitung die Qualität des Wärmeschutzes der beiden Gebäude.
Die Fragen lauten: Wie sieht es aus mit Kältebrücken? Wo treten überhöhte Wärmeverluste auf? Die Wärmebildkamera bringt die Schwachpunkte deutlich an den Tag. Bauthermografie enthüllt Temperaturunterschiede an den Gebäudehüllen.
Beim Rathaus-Anbau werden Kältebrücken erkennbar, gelbe und rote Flächen zeigen erhöhten Wärmeabfluss. Das bedeutet nichts Gutes. Da geht wertvolle Heizenergie verloren. Dann der Blick nach hinten auf das Schloss. Der Wissenschaftler macht die Vergleichsaufnahme. Fast alles ist auf dem Sichtfeld blau. Das bedeutet guten Wärmeschutz ohne Kältebrücken.
Volker Huckemann erklärt: "Das Ergebnis beim Schloss habe ich erwartet. Es ist ein Neubau. Da müssen geltende Normen erfüllt werden. Das hat vorbildlich funktioniert. Der Rathaus-Neubau schneidet besser ab als erwartet. Er ist energetisch in einem noch vertretbaren Zustand."
Die Richtwerte für alte Gebäude erfüllt der Rathaus-Anbau. Dennoch gibt es einen Sanierungsstau von rund 8 Millionen Euro. Ein großer Teil bezieht sich auf Klimatechnik, sagt die Stadt. 40 Prozent Energieeinsparung seien bei bester Dämmqualität möglich, meint Baudezernent Wolfgang Zwafelink.
Vergleichbare Einsparpotentiale gebe es, so Dörte Blenke, bei vielen älteren Wohn- und Privathäusern, wenn sie energetisch auf den neuesten Stand gebracht würden. Wärmebildkameras sind für das Aufspüren von Kältebrücken ein wichtiges Werkzeug für Energieberater.













