Rentner beschließen Montagsdemos
Vom 21. April an regelmäßige Andachten im Braunschweiger Dom und Gespräche auf dem Burgplatz
BRAUNSCHWEIG. 500 Rentner hatten die Veranstalter erwartet. Am Ende machten fast 800 gestern in der Braunschweiger Brunsviga ihrer Wut über die Rentenpolitik Luft.
Die Stimmung war aufgeladen. Als das Schlagwort "Langlebigkeitsproblem" als Synonym für Rentner zitiert wurde, gab es empörte Buh-Rufe und Pfiffe. Eingeladen hatte die Initiative "Rentner machen mobil". Auslöser für die Proteste war die 1,1-prozentige Renten-Erhöhung.
Alt-Bundespräsident Roman Herzog hatte jüngst vor einer Rentnerdemokratie gewarnt, die die junge Generation ausplündert.
"Wenn die Rentner die Jungen für sich schuften lassen, schlagen die Jungen halt irgendwann zurück", meint Jürgen Borchert von der Stiftung für die Rechte zukünftiger Generationen.
"Man darf die Rentner nicht vom Aufschwung ausschließen", sagt der Braunschweiger Sozialwissenschaftler Klaus Lompe. "Es muss ein politischer und gesellschaftlicher Kompromiss gefunden werden."
Die Braunschweiger Rentner haben gestern beschlossen, sich regelmäßig zu Montagsdemos auf dem Braunschweiger Burgplatz zu treffen. Geplant ist zudem eine Sternfahrt nach Berlin, wo mit anderen Gruppen demonstriert werden soll.













