Hannover will im Braunschweiger Landesmuseum das Sagen haben
Landtagsabgeordnete laufen Sturm: Plan von Kulturminister Stratmann ist verfassungswidrig
BRAUNSCHWEIG. Niedersachsens Kulturminister Lutz Stratmann verteidigte gestern die Pläne, das Braunschweigische Landesmuseum einem neuen Institut für Archäologie und Baudenkmalpflege einzugliedern. Braunschweiger Landtagsabgeordnete liefen Sturm.
"Es wurde über Braunschweig hinweg entschieden. So kann man mit überkommenen Einrichtungen des Landes Braunschweig nicht umgehen. Das ist nicht nur schlechter Stil, sondern auch unvereinbar mit § 72 der Niedersächsischen Verfassung", sagte die Braunschweiger Grünen-Landtagsabgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic.
Braunschweigs Oberbürgermeister Gert Hoffmann, zugleich Präsident der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, bedauerte, vom Minister nicht vorab informiert worden zu sein. Erst gestern kam es zu einem Telefongespräch. Auch Hoffmann berief sich auf die Verfassung und erklärte: "Wir wollen weiterhin ein Landesmuseum, das seine Eigenständigkeit und seinen Charakter behält."
Landesbischof Friedrich Weber betonte, das Landesmuseum sei auf die Identität der Region zugeschnitten. Spezialmuseen hätten in einem Flächenland wenig Sinn.
Minister Stratmann erklärte unserer Zeitung: "Das Landesmuseum bleibt selbstverständlich selbständig." Allerdings erhält der Museumsdirektor mit dem Präsidenten der neuen Behörde einen neuen Vorgesetzten, der weisungsbefugt ist. Selbst der CDU-Landtags-Abgeordnete Hennig Brandes räumte ein: "Die Einordnung in die Behördenhierarchie sehen wir mit großer Sorge."BRAUNSCHWEIGER LAND













