Stratmann beharrt auf Museumsplänen
Niedersachsens Kulturminister macht keinen Rückzieher, aber trotzdem scheinen plötzlich alle zufrieden
BRAUNSCHWEIG. Kulturminister Lutz Stratmann will die Museumslandschaft in Niedersachsen umkrempeln. Diesen Entschluss hat er gestern in Braunschweig bekräftigt. Einen Abzug von Kunstschätzen soll es nicht geben.
Allerdings beharrte Stratmann auch vor dem Stiftungsrat der Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, dass das Landesmuseum wie angekündigt einem neuen Institut in Hannover angeschlossen wird und nicht wie bisher direkt dem Ministerium unterstellt sein soll. Im Gegensatz dazu bleiben die Landesmuseen in Hannover und Oldenburg weiter dem Ministerium unterstellt.
Stratmann stritt ab, dass die neue Struktur für Braunschweig Auswirkungen auf die Führung des Museums haben werde. "Das Landesmuseum bleibt natürlich eigenständig. Es geht allein um inhaltliche Änderungen, nicht um eine neue Verwaltungsstruktur."
Die Mitglieder des Stiftungsrats zeigten sich gestern beruhigt. Die Landtagsabgeordnete der Grünen, Gabriele Heinen-Kljaiic, kann das nicht nachvollziehen. "Mir leuchtet nach wie vor nicht ein, warum ein neuer archäologischer Schwerpunkt dazu führen muss, dass das Landesmuseum einem Institut unterstellt werden muss."
Auch für die Braunschweiger hatte der Minister viele gute Worte mitgebracht. So stellte er dem städtischen Schlossmuseum "prominente Leihgaben des Landesmuseums" in Aussicht. Befürchtungen, das Gemälde "Mädchen mit dem Weinglas" könne in Hannover landen, erteilte er eine Absage: "Das war ein Missverständnis. Vermeer bleibt in Braunschweig. Da gehört er hin."
Die Braunschweiger Museen sollen nicht geschwächt, sondern gestärkt werden, betonte Stratmann. Deshalb erhalte das Landesmuseum den Schwerpunkt Archäologie. Die Geschichte des Braunschweiger Landes soll aber weiterhin hier präsentiert werden.













