"Eure Konkurrenz sitzt woanders!"
Wulff appelliert an Hannover und Braunschweig: Arbeitet zusammen Im Januar 2009 startet die Uni
HANNOVER. Nach zuletzt heftigem Streit soll die Niedersächsische Technische Hochschule nun doch wie geplant gegründet werden.
"Die NTH kann zügig ihre Arbeit aufnehmen", erklärte Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) nach einer Klausurtagung des Landeskabinetts. Start werde im Januar 2009 sein. "Der Konkurrent Hannovers sitzt nicht in Braunschweig, der Konkurrent Braunschweigs nicht in Hannover", forderte Wulff ein Ende des Streits um den engen Verbund von TU Braunschweig, TU Clausthal und Leibniz-Universität Hannover.
Hannovers Uni-Präsident Erich Barke war von Vereinbarungen abgerückt, die Beratung im Kabinett fand daher mit einer Woche Verzögerung statt. "Ich setze darauf, dass die Beteiligten sich vertrauen", sagte Wulff. Nur mit der Zusammenarbeit habe Niedersachsen im internationalen Wettbewerb eine Chance. Dabei geht es um Sonderforschungsbereiche, Forschungszentren und das Einwerben von mehr Fördergeldern. Trotz heftiger Kritik aus Hannover bleibt es im Gesetzentwurf bei der Regelung, wonach Braunschweig, Clausthal und Hannover abwechselnd Sitz der Hochschule sind. Barke hatte gefordert, nur Hannover komme als Sitz in Frage.
"Die Braunschweiger könnten ja sagen, wir haben die traditionsreichste Universität", meinte Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). Stratmann bekräftigte auch, dass das Präsidium der neuen Hochschule die Professoren berufen soll.
Bei den Beratungen im Landtag kann das Gesetz aber noch verändert werden. "Ich gehe davon aus, dass das Grummeln aus Hannover anhält", sagte Stratmann. Mit klarer Rückendeckung von Wulff und dem Kabinett dürften es Kritiker aber schwerer haben.











