Uni-Präsident Barke: Diese Kröte müssen wir schlucken
Hannover akzeptiert rotierenden Sitz der Niedersachsen-Uni, will aber nicht warten
HANNOVER. Eine akzeptable Startbasis, so wertete Mathias Pätzold, Generalsekretär der einflussreichen Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen, den Gesetzentwurf zur neuen Niedersachsen-Uni.
Weil das einer der drei Partner im Verbund der Universitäten Braunschweig, Clausthal und Hannover nicht so sieht, hatte die stundenlange Anhörung im Wissenschaftsausschuss des Landtags Brisanz.
Die Universitätspräsidenten aus Braunschweig und Clausthal machten noch einmal deutlich, dass sie hinter den Plänen stehen. "Substanziellen Änderungen können wir nicht zustimmen", warnte Jürgen Hesselbach erneut davor, das Gesetz an entscheidenden Punkten noch einmal aufzuschnüren.
Erich Barke dagegen sah seine Leibniz-Universität, komme das Gesetz wie geplant, in eine schwierige Situation geraten. "Die Kröte, die wir schlucken müssen, ist, dass der Sitz nicht Hannover ist", sagte er. Es sei aber nicht hinnehmbar, dass Hannover erst im fünften Jahr an der Reihe wäre, kritisierte er den Rhythmus des Sitzwechsels. Weil rund die Hälfte der Studenten an der Leibniz-Uni keine technischen Fächer studieren und somit nicht unter den neuen Verbund fallen, fürchtet die Uni zudem eine Spaltung der Hochschule.
Als Vertreter des Hochschulrats der TU Braunschweig sagte Landesbischof Friedrich Weber: "Die NTH ist die einzige realistische Möglichkeit, um im Wettbewerb bestehen zu können." Gerhard Kreysa vom Hochschulrat der TU Clausthal meinte: "Das Gesetz ist ein Tor, das einen vernünftigen Weg öffnet".
Die CDU-Fraktion kündigte bereits an, dass die neue Universität wie geplant zum Januar 2009 starten werde. Zu den strittigen Fragen schwieg sie sich aus. "Die Anhörung hat gezeigt, dass es noch viele offene Fragen bezüglich der Kompetenzen der NTH-Gremien in Abgrenzung zu den jeweiligen Gremien der Mitgliedsuniversitäten gibt", erklärte die Braunschweiger Grünen-Abgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic.
Erwartet wird, dass Hannover sich allenfalls beim Berufungsrecht durchsetzt. Laut Gesetzentwurf soll die NTH ein Berufungsrecht haben, Hannover lehnt das ab.
"Selbstverständlich müssen Gesetze befolgt werden", meinte aber Hannovers Unipräsident Barke auf die Frage, wie sich seine Hochschule nach Verabschieden des Gesetzes durch den Landtag verhalten werde.













