"Die Asse hat mich krank gemacht"
Ehemaliger Mitarbeiter wirft Betreibern des Atommüll-Lagers Versäumnisse beim Strahlenschutz vor
WOLFENBÜTTEL. Ein ehemaliger Asse-Mitarbeiter, 1999 an Leukämie erkrankt, prüft eine Klage. Bis April 1990 arbeitete Eckbert Duranowitsch (46) in der Schachtanlage im Landkreis Wolfenbüttel.
"Ich bin überzeugt: Die Asse hat mich krank gemacht", sagt Duranowitsch. Er arbeitete untertage als Techniker in dem Bergwerk. Schon als Leukämie festgestellt wurde, fragten die Ärzte Duranowitsch sofort nach Kontakten mit Radioaktivität. Er hat seinen Fall bei der zuständigen Berufsgenossenschaft eingereicht.
"Das persönliche Schicksal trifft uns natürlich sehr", so Heinz-Jörg Haury, Sprecher des Helmholtz-Zentrums München, das bis Ende 2008 Betreiber der Asse war. In der gesamten Zeit seien Helmholtz sechs Krebs-Todesfälle von Mitarbeitern bekannt geworden. Einen Zusammenhang mit der Arbeit in der Asse weist der frühere Betreiber aber ebenso zurück wie unzureichenden Schutz der Mitarbeiter. "Herr Duranowitsch hat keine messbare Dosis abgekriegt", so Haury. Duranowitsch erwägt rechtliche Schritte. "Dazu will ich mich jetzt beraten lassen", sagt er unserer Zeitung.
FAKTEN:
In der Schachtanlage im Kreis
Wolfenbüttel wurde bis 1978 nach offiziellen Angaben nur schwach- und
mittelradioaktiver Atommüll eingelagert.
Betreiber ist
das Bundesamt für Strahlenschutz. Bis Ende 2008 war das Helmholtz-Zentrum
München zuständig.
Wegen Einsturzgefahr wollte das Land
die Asse fluten und verschließen. Das Bundesamt für Strahlenschutz prüft ein
Herausholen des Mülls.













