Zaituc von Krämpfen geschüttelt
Berlin-Marathon: Braunschweigerin wird trotz Schwierigkeiten Zweite Noguchi drittbeste Läuferin aller Zeiten
BERLIN. Der Berlin-Marathon bleibt fest in kenianischer und japanischer Hand. Bei der 32. Auflage verlängerte Philip Manyim vor einer Million Zuschauer in 2:07:41 Stunden die Siegesserie der Kenianer um ein weiteres Jahr. Olympiasiegerin Mizuki Noguchi kletterte bei den Frauen in der Asienrekordzeit von 2:19:12 auf Platz drei der ewigen Weltbestenliste.
Zweite wurde die EM-Zweite Luminita Zaituc von der LG Braunschweig, die in 2:27:34 Stunden allerdings die angestrebte Bestleistung verpasste. Lange hatte die 36-Jährige auf Kurs für eine Zeit unter 2:26:01 Stunden gelegen, doch schon bei Kilometer 30 musste sie wegen Krämpfen erstmals stehen bleiben und ihre Beine massieren lassen. "Ich habe schon bei Kilometer 15 geahnt, was da kommt. Ich hab versucht, an etwas anderes zu denken, mich von der Kulisse ablenken zu lassen", schilderte Luminita Zaituc das schwierige Rennen. Ab Kilometer 30 dann zwangen Krämpfe sie immer wieder zu Pausen. "Ich weiß gar nicht, wie oft ich angehalten habe. Aber wenn du so viel für ein Rennen trainierst, ist aufgeben einfach nicht möglich. Das ist eben Marathon", sagte die in Hamm lebende Läuferin.
Dass es am Ende trotzdem eine gute Zeit und ein sehr guter zweiter Platz in Berlin wurde, ist der Lohn für die Quälerei während der letzten Kilometer.
"Jetzt ist mein Körper leer. Mit dem zweiten Platz kann ich gut in die vierwöchige Pause gehen", erzählte Luminita Zaituc. All die kleinen Verletzungen und Wehwehchen können nun in Ruhe auskuriert werden. Erst im November beginnt dann die Vorbereitung auf das nächste große Ziel der LG-Läuferin: die EM im nächsten Jahr in Göteborg.
In die Reichweite der Siegerin allerdings war die Deutsche nie gekommen. Den Sieg hatte von Beginn an Olympiasiegerin Noguchi im Visier. Die 27-Jährige feierte beim fünften Marathonstart ihrer Karriere den mit 70 000 Euro honorierten vierten Sieg und liegt nun in der ewigen Weltbestenliste auf Platz drei.
47 500 Euro nahm Männer-Sieger Philip Manyim mit nach Kenia. Darauf angesprochen, liefen dem 27-Jährigen die Tränen über die Wangen. "Das Geld werde ich für meine Familie ausgeben", meinte er, ergriffen ob der für seine Verhältnisse hohen Summe. sid/sf











