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11. Februar 2012
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42,195 Kilometer – da kann viel passieren

Die Braunschweigerin Luminita Zaituc startet bei der Leichtathletik-Europameisterschaft im Marathon

Von Stefani Franzke

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BRAUNSCHWEIG. Luminita Zaituc ist ein vorsichtiger und zurückhaltender Mensch. Und sie ist eine Läuferin, die perfekte Rahmenbedingungen braucht. Dann läuft es für die Marathon-Spezialistin.

So wie zum Beispiel vor vier Jahren bei der Europameisterschaft in München, als die Sportsoldatin völlig überraschend die Silbermedaille gewann. Kein Wunder also, dass die 37-Jährige kurz vor der Europameisterschaft in Göteborg nächste Woche bei einigen Leichtathletik-Experten als mögliche Überraschungs-Kandidatin für eine Medaille gehandelt wird. Am vorletzten Tag der Wettkämpfe, am 12. August, steht der Marathon der Frauen in Göteborg auf dem Programm. Paula Radcliffe, Weltrekordhalterin aus England ist übrigens nicht am Start. Sie erwartet ein Kind.

Von einer möglichen Medaille will die zierliche Luminita Zaituc gar nichts wissen und hören. "Ich kann nicht sagen, wo ich stehe", sagt sie nach dem abschließenden Trainingslager in St. Moritz, möchte alle Spekulationen im Keim ersticken. Auf Diskussionen zu diesem Thema lässt sie sich nicht ein. Dazu ist sie viel zu vorsichtig. Und sie weiß aus ihren vielen Marathon-Jahren, dass rund um die Rennen zu viel passieren kann. Prognosen sind im Marathon schwierig. Auf 42,195 Kilometern kann eben viel passieren.

Hinzu kommt, dass die gebürtige Rumänin in St. Moritz nicht wie geplant trainieren konnte. "Anfangs war es sehr schwer, weil ich Atemprobleme hatte. Am Ende ging es dann." Doch in der Höhe von St. Moritz, wo sich übrigens auch ihre Teamkolleginnen Claudia Dreher (Gänsefurth) und Ulrike Maisch (Rostock) vorbereitet haben, musste die Braunschweigerin im Training immer wieder flexibel sein und zurückstecken. Möglich war nur, was der angeschlagene Körper zuließ. "Am Ende ging es besser. Angesichts der Hitzewelle zu Hause war es gut, dass wir in den Bergen waren. Dort war die Luft einfach besser."

Insgesamt war das Marathon-Jahr der Frau mit der Bestzeit von 2:26:01 Stunden (aus dem Jahr 2001) "etwas durcheinander". Schon bei ihrem Sieg im Mai beim Düsseldorf-Marathon hatten Luminita Zaituc Atemprobleme geplagt. Bei Kilometer 30 war sie kurz vor der Aufgabe, biss sich dann aber doch durch und gewann am Ende nach einer beachtlichen Energieleistung. Nach der Erholungsphase hatte sie die EM-Vorbereitung begonnen.

Die letzten Tage vor dem Abflug nach Schweden verbringt Luminita Zaituc zu Hause in Hamm, trainiert locker. Etwa 25 Kilometer stehen täglich in zwei Einheiten auf dem Plan. Mittwoch fliegt sie nach Göteborg. Die Strecke kennt die LG-Läuferin nicht, hat sie sich aber im Internet angesehen. "Zwei Tage vorher werde ich sie besichtigen", schildert Luminita Zaituc das Prozedere. Viermal müssen die Athleten in Göteborg einen Rundkurs absolvieren.

Auch wenn die Braunschweigerin sich für das Einzelrennen keine Prognose entlocken lassen will: In der Mannschaft haben die Deutschen bestimmt eine Medaillen-Chance. "Das könnte sein", sagt Zaituc. Aber: "Die Strecke ist lang. Da kann viel passieren. Das gilt für alle."

Freitag, 04.08.2006
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/5738810/menuid/2045

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