René Herms schnuppert erstmals Höhenluft
Neu-Braunschweiger fliegt mit großem DLV-Tross nach Südafrika auf 1400 Meter
BRAUNSCHWEIG. Für René Herms ist in dieser Saison fast alles anders. Neuer Trainer, neuer Verein, neues Umfeld und jetzt auch noch neue Methoden der Neu-Braunschweiger setzt auf dem Weg zur WM im August in Japan erstmals auf Höhentrainingslager.
Morgen geht es los, dann fliegt der 24 Jahre alte mehrfache deutsche 800-Meter-Meister für drei Wochen nach Potchefstroom in Südafrika. Dort versammelt der Deutsche Leichtathletik-Verband erstmals viele seiner Top-Athleten im Ausland.
Die 400-Meter-Läufer, die Sprinterinnen, der Hürdenkader und einige Zehnkämpfer sind dabei, mit DLV-Trainern, Heimtrainern und der medizinischen Abteilung ergibt das einen rund 40-köpfigen Tross. "Ich freue mich, dass es zu einer solchen Zusammenarbeit auf hohem Niveau kommt", sagt der leitende Bundestrainer Jürgen Mallow.
Für Herms steht allerdings nicht das Training mit anderen Spitzenkönnern im Mittelpunkt. Dazu hat sein sehr auf Ausdauereinheiten abgestimmter Trainingsablauf zu wenig gemeinsam mit jenem der Sprinter. Er hat als Begleiter für die täglichen Kilometer seinen Dresdener Trainingspartner Sebastian Möser dabei, mit dem er auch das Zimmer teilt.
"Es ist mein erstes richtiges Trainingslager mit meinem neuen Trainer Dietmar Jarosch, und es ist das erste Mal, dass ich Höhentraining mache", nennt er seine Herausforderungen. Nach Potchefstroom, das in der Nähe von Johannesburg auf 1400 Metern Höhe liegt, folgt Ende April ein Trainingslager in Namibia auf 1800 Metern Höhe und dann kurz vor der Weltmeisterschaft noch eins bei Insbruck, wo Herms und Co. auf 2200 Meter Höhe schlafen und in der Ebene trainieren sollen.
Wie sein Körper auf die Höhe reagiert, weiß der Mittelstreckler der LG Braunschweig noch nicht. Aber er hat bereits versucht, es herauszufinden. Herms hat sich zusammen mit anderen Athleten für eine Studie zur Verfügung gestellt. Dazu hat er kürzlich in Heidelberg in einer "Höhenkammer" trainiert, bei der nicht wie in Kienbaum der Druck, sondern der Sauerstoffgehalt verändert wurde. "Das war nicht so schlecht, und jetzt in Südafrika probiere ich es unter realen Bedingungen", sagt er und ist gespannt.
Von Diskussionen, ob für die 800- Meter-Strecke Höhentraining überhaupt etwas bringt, will er nichts mehr hören. "Ich meine, ja und freue mich, dass ich mal einen anderen Weg gehen kann als ich es die letzten neun Jahre getan habe."













