In den 49. Stock wird gelaufen
Konditionstrainer Werner Leuthard macht die VfL-Profis fit Sechs Jahre beim Bund
VELDEN. Sein Ruf eilt ihm voraus: Werner Leuthard gilt als Schleifer, als ein richtig harter Hund. "Man wird schnell abgestempelt, wenn man länger als eine Stunde trainiert", sagt der Konditionstrainer des Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg. "Aber jeder muss hart arbeiten, wenn er im Beruf Erfolg haben will. Es ist ja nichts Unmenschliches, was wir verlangen."
Anweisungen erfolgen
im Kasernenhof-Stil
Das mag manch einer der VfL-Profis anders empfinden. Leuthards Übungen bringen einige Spieler an ihre Grenzen. Die Anweisungen erfolgen im Kasernenhof-Stil. "Kurz und prägnant. Monologe machen wenig Sinn, sonst vergessen wir das Training", lautet Leuthards Devise.
Diese Umgangsform hat der 45-Jährige als junger Mann erlernt. "Die Bundeswehr hat einen großen Einfluss auf mich gehabt", gibt er zu. "Wenn man eine Gruppe mit 25 Leuten zu führen hat, muss es eine klare Ansprache geben." Das störe auch die Spieler nicht. "Sie wissen, dass es nicht persönlich gemeint ist. Ich bin kein Flüsterer. Die Akzeptanz liegt nicht am Ton, sondern an der fachlichen Kompetenz. Man kann einen Witz auch mal rausbrüllen."
Leuthard verließ nach sechs Jahren die Bundeswehr mit dem Rang eines Oberleutnants. Mit 26 Jahren begann er in München ein Sportstudium. 1992 fand er den Einstieg in den Leistungssport. Zunächst machte er die deutschen Tennisspielerinnen Steffi Graf und Anke Huber fit. Dann wurden die Fußball-Trainer auf ihn aufmerksam. Lorenz-Günther Köstner (Unterhaching), Joachim Löw (FC Tirol, Austria Wien) und seit 2002 auch Felix Magath schätzten die geradlinige und professionelle Art Leuthards, der in der Nähe von Passau, "im schönen bayerischen Wald" aufgewachsen ist. Der Dialekt verrät seine süddeutsche Herkunft sofort.
Leuthards großes Plus: Der Mann ist topfit. Er macht jede Übung vor und wirkt komplett austrainiert. Sein Auftreten ist glaubwürdig und authentisch. Sein persönliches Fitnessprogramm bestimmt oft der Alltag. Zur Arbeit fährt er am liebsten mit dem Rad. Oder er nutzt auch mal die Schneeschuhe.
Im Schnee von Taufkirchen nach München
"Von Taufkirchen bis München, bei 13 Zentimeter Neuschnee. Das hat zwei Stunden gedauert, aber ich hatte ein Ziel vor Augen." Aufzüge benutzt er grundsätzlich nicht. "Ich bin auch schon viermal am Tag in den 49. Stock eines Hotels gelaufen."
Mit seinem "Chef" Felix Magath hat er "ein sehr gutes Verhältnis. Wir trinken auch mal ein Bier zusammen." Das kommt mit den Spielern eher selten vor. "Mit denen ziehe ich nicht um die Häuser. Ich habe hier einen Auftrag zu erfüllen. Deshalb muss ich nicht jedermanns Freund sein."
Einer seiner treusten Begleiter ist seine elfjährige spanische Dogge. "Ein sehr sozialkompetenter Hund", erklärt Leuthard. "An sein Äußeres muss man sich zunächst gewöhnen, aber er hat das Herz am rechten Fleck. Im Prinzip ein Typ genau wie ich."













