Zahme Grizzlys nicht mehr als ein leckerer Hai-Happen
Schwacher EHC Wolfsburg kassiert verdiente 1:4-Klatsche von mäßigen Kölnern
WOLFSBURG/KÖLN. Punkte verschenkt: Mit einer schwachen Vorstellung verabschiedete sich Eishockey-Erstligist EHC Wolfsburg gestern in die Länderspielpause. Mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1) unterlagen die ersatzgeschwächten Grizzlys bei mittelmäßigen Kölner Haien.
Mike Green (12. Minute) hatte den EHC in Unterzahl überraschend in Führung gebracht. Danach ging es aber rapide bergab mit der EHC-Leistung und zwar in allen Mannschaftsteilen. Köln wendete das Blatt durch Treffer von Christoph Ullmann (16.), Todd Warriner (23.), Philip Gogulla (36.) und Stéphane Julien (41.).
Seinen schlechtesten Saisonauftritt legte Torwart Daniar Dshunussow hin. Bei Ullmanns Verlegenheitsschuss griff der Wolfsburger daneben. Der Puck sprang ihm an die Fanghand und von da aufs Eis und zum Kölner 2:1 ins Tor. Auch bei Juliens 4:1 gleich zu Beginn des letzten Drittels patzte Dshunussow. Von der Mittellinie überwand der Haie-Stürmer den Schlussmann. Daraufhin fuhr Dshunussow vom Eis. Erstmals seit dem 9. Spieltag (2:6-Niederlage in Berlin) hütete Oliver Jonas wieder das EHC-Tor sein erst dritter Saison-Einsatz.
Und noch ein Grund für die Schlappe: Ihrem Ruf als bislang bestes Powerplay-Team der Liga wurden die Gäste nicht annähernd gerecht. Alle vier Gelegenheiten ließen sie nutzlos verstreichen. Zu allem Überfluss kassierten sie mit einem Mann mehr auf dem Eis auch noch das 1:3. Der an der blauen Linie stehende Marvin Degon ließ die Scheibe aus dem Kölner Drittel flutschen. Gogulla schnappte sie sich, tanzte Norm Milley aus und vollendete der schönste Angriff des Spiels.
Viele Chancen besaßen die Grizzlys nicht. Die beste vergab Ken Magowan (45.): Nach tollem Pass von Milley hatte der Kanadier das leere Tor vor sich. Mit einem Hechtsprung rettete Torwart Frank Doyle. Zwei Klasse-Auftritte hatte allerdings auch Wolfsburgs Keeper. Im ersten Drittel bewahrte Dshunussow sein Team vor dem 1:2-Pausenrückstand. Erst parierte er dreimal im Sekundentakt (17.). Dann blieb er zweimal Sieger gegen Ullmann (20.).
Der neue Förderlizenzspieler Alexander Dotzler aus Bietigheim hatte sich seine EHC-Premiere sicherlich anders vorgestellt. Zusammen mit Jan-Axel Alavaara verteidigte er im zweiten Block. Auch Youngster Markus Gleich spielte durch, da Petr Macholda nach dem Warmmachen passen musste (siehe auch Artikel links).
Zu einem Kurzeinsatz kam auch der genesene Christoph Höhenleitner. Als Kai Hospelt in der 5. Minute mit einer Risswunde an der Unterlippe zum Nähen in die Kabine musste, nahm Höhenleitner den Platz ein. Kurz darauf war Hospelt aber zurück auf dem Eis. Sein Länderspieleinsatz ist nicht gefährdet.













