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01. August 2010
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Parteien gehen auf Nummer sicher

Niedersachsens 61 Vertreter bei der Bundespräsidentenwahl sind wenig exotisch

Von Michael Ahlers

HANNOVER. CDU-Fraktionschef David McAllister gibt sich selbstbewusst: "Der SPD schwant nichts Gutes."

Schwan ist das richtige Stichwort. Am 23. Mai wählt die Bundesversammlung den Bundespräsidenten. Amtsinhaber Horst Köhler gegen Herausforderin Gesine Schwan, die Mehrheit dürfte knapp ausfallen.

28 Mitglieder darf die CDU-Landtagsfraktion in die Versammlung schicken, 28 Köhler-Stimmen sollen rauskommen.

Vielleicht deshalb soll das Partei-Establishment ran, angeführt von Landtagspräsident Hermann Dinkla und Ministerpräsident Christian Wulff. Fast ausschließlich Landtagsabgeordnete stimmen ab, als "Externe" gelten Hans-Gert Pöttering (CDU), Präsident des Europaparlaments, und Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen.

Politikferne Prominenz, wie 2004 die Hockeyfrau Julia Zwehl, sucht man vergeblich. "Das ist das Gloria-Syndrom", heißt es in Parteikreisen. Die eigenwillige Fürstin, seinerzeit nominiert von der CSU, hatte bei der vorigen Wahl außerplanmäßig ihre Sympathie für Kandidatin Gesine Schwan entdeckt.

Staatstragend gibt sich auch die SPD. "Eine Delegation, in der die verschiedenen Gruppen der Bevölkerung repräsentiert werden", kündigte Fraktionschef Wolfgang Jüttner an. Vier Landtagsabgeordnete, darunter der Chef persönlich, schickt die SPD. Dazu kommen Gewerkschafter wie Wolfsburgs IG Metall-Bevollmächtigter Frank Patta, Kommunalpolitiker wie Franz Einhaus aus Peine oder der Grass-Verleger Gerhard Steidl. Fällt jemand der 20 SPD-Entsandten aus, steht eine Fraktionsmitarbeiterin an der Spitze der Ersatzmitglieder.

Die FDP schickt ein Partei-Quintett: Die Minister Philipp Rösler und Hans-Heinrich Sander sowie Fraktionschef Jörg Bode werden von den FDP-Kommunalfrauen Brigitte Bödecker und Helga Meyer begleitet.

Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel setzt vor allem auf Grüne Atomkraft-Gegner: Die 18-jährige Ronja-Tabea Thiede aus Lüchow-Dannenberg und Asse-Kritiker Michael Fuder aus dem Landkreis Wolfenbüttel sind ebenso in Berlin dabei wie Steffi Lemke, Mitgründerin der Grünen in der DDR.

"Unsere kleine Delegation ist quotiert, widerständig und jung", so Wenzel. Auch die Linke hat vier Vertreter, dazu einen eigenen Kandidaten, Peter Sodann. Fraktionschefin Kreszentia Flauger nimmt unter anderem den Wolfenbütteler Landtagsabgeordneten Victor Perli und den Kabarettisten Dietrich Kittner mit.

Freitag, 27.03.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10063772/menuid/2046

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