Wolfsburg tanzt
Der VfL demütigt die Bayern mit 5:1 und ist erstmals in dieser Saison Tabellenführer
WOLFSBURG. Felix Magath wurde belächelt, als er bei seinem Amtsantritt 2007 ankündigte, mit dem VfL Wolfsburg Titel feiern zu wollen. Nach dem berauschenden 5:1-Heimsieg gegen den FC Bayern München ist auch dem letzten Kritiker klar: Der Mann meint es ernst.
Innerhalb von 20 Monaten hat Magath aus einem Abstiegskandidaten einen Titelaspiranten geformt. Dabei leitete der 55-Jährige einen Umbruch ein, der in der Fußball-Bundesliga einmalig sein dürfte. Nur noch drei Spieler aus der Vor-Magath-Ära gehören dem Kader an.
Magath investierte 60 Millionen Euro in eine neue Mannschaft. Mehr als dreißig Profis verpflichtete er seither, noch mehr gab er ab. Magath änderte so gut wie alles im Verein und baute ein Trainingsgelände. Fast nichts war ihm gut genug.
Alle Macht dem Magath – der VfL-Aufsichtsrat und Hauptsponsor VW vertrauen dem sechsfachen Familienvater bedingungslos. Mit dem fußballbegeisterten VW-Chef Martin Winterkorn verbindet ihn eine Männerfreundschaft. Magath ist Trainer, Manager und Geschäftsführer in Personalunion. Ein einmaliges Modell in der Bundesliga, das sich offensichtlich bewährt.
Magaths Erfolgsrezept: Er verlangt bedingungslosen Einsatz. Alles muss dem Erfolg untergeordnet werden. Das gilt auch für ihn selbst. Seine Frau Nicola, die mit den drei gemeinsamen Kindern aus München angereist war, feierte gestern Geburtstag. Doch Magath verbrachte den Vormittag als Gast in einer Live-Sendung des Fernsehens.
Und die Sache mit dem nicht vorhandenen Rathaus-Balkon von wegen Meisterfeier? Daran scheitert’s garantiert nicht. Ein Wolfsburger Holzbau-Unternehmen bietet nun sogar an, den Balkon kostenlos anzubauen. In zwei Tagen sei das hinzukriegen.
Sternstunden der Fußball-Region
1875 werden von Konrad Koch in Braunschweig die ersten deutschen Fußballregeln herausgegeben.
1967 wird Eintracht Braunschweig deutscher Fußball-Meister.
1968 liefert sich die Eintracht im Europapokal der Landesmeister drei legendäre Spiele gegen Juventus Turin.
1995 erreicht der VfL Wolfsburg das Finale des DFB-Pokals.
1999 und 2008 qualifiziert sich der VfL für den Uefa-Cup. Im Dezember 2008 wird der VfL vor dem AC Mailand Vorrunden-Gruppensieger.













