Roboter sollen Atommüll aus Asse holen
Hauptsächlich mit ferngesteuerten Greifarmen sollen innerhalb von zehn Jahren alle Atommüllfässer aus der Asse geborgen werden. Das Ziel steht seit Freitag fest. "Wir streben die Vollrückholung an", erklärte der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König.
Dies sei die beste Variante zum Schließen des Atommülllagers und derzeit der einzige Weg, um die Langzeitsicherheit zu gewährleisten. "Wir sind gefordert, sofort loszulegen", betonte König.
Mit dem Herausholen von bis zu 3000 der 126.000 Fässer will sich das Amt zunächst genauere Erkenntnisse über den Zustand des Atommülls verschaffen. "Nach dem Öffnen der Kammern müssen wir gegebenenfalls eine Neubewertung vornehmen", sagte König. Dies kann offenbar auch bedeuten, dass eine vollständige Rückholung noch nicht sicher ist.
Die Strahlenbelastung für die Mitarbeiter werde nach jetzigem Stand bei der Rückholung weit unter den zulässigen Grenzwerten bleiben, versicherte König. Ein Großteil der Arbeiten soll durch ferngesteuerte Maschinen erledigt werden. Kosten: Mindestens zwei Milliarden Euro.
Der frühere Umweltminister Sigmar Gabriel (SPD) warnte vor Verzögerungen. Zwar sei es richtig, jetzt Kammern zu untersuchen. Parallel müssten aber sofort die Vorbereitungen für die Rückholung beginnen, forderte Gabriel.
Der Salzgitteraner SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Klein warnte davor, den Asse-Müll wie geplant im Schacht Konrad in Salzgitter einzulagern. "Das wäre unverantwortlich, denn niemand kann genau sagen, was in der Asse liegt", so Klein. Die Stadt Salzgitter kündigte für den Fall der Einlagerung bereits rechtliche Schritte an.
"Die Planungen sollten so ausgerichtet werden, dass der Atommüll in Konrad gelagert werden kann", erklärte dagegen eine Sprecherin des Bundesumweltministeriums. Konrad ist für schwach- und mittelaktiven Müll als Endlager genehmigt. Das Einlagern von Asse-Müll würde aber weitere Genehmigungen erfordern.
König bestätigte, dass die herausgeholten Fässer vor Ort, also bei der Schachtanlage, zwischengelagert werden sollen. Nähere Angaben zur Größe des nötigen Zwischenlagers wollte er noch nicht machen.













