"Bildungskrise übertrifft Finanzkrise"
„Uns fehlen heute schon 50.000 Ingenieure“, erklärt Professor Wolfgang M. Heckl. Ohne Technik-Nachwuchs befinde sich Deutschland auf einem gefährlichen Weg. Der Generaldirektor des Deutschen Museums München ist selbst erfolgreicher Forscher, Schüler des Nobelpreisträgers Gerd Binnig und ein erfolgreicher Wissenschaftskommunikator.
Im Gespräch mit unserer Zeitung zum Auftakt einer großen Serie über Spitzen-Technikforschung in unserer Region wird Heckl ganz deutlich: „Die Finanzkrise, die wir erleben, ist nicht so schwerwiegend wie unsere Nachwuchs-Krise. Wenn wir nicht umsteuern, wird uns diese härter als die Finanzkrise treffen.“ Heckl, der unter anderem das Bundesforschungsministerium und die Europäische Kommission berät, lässt keinen Zweifel daran, was er von den Prioritäten in der Finanzkrise hält.
„Die Politik stellt unverzüglich mit Milliarden einen Banken-Rettungs-Etat auf die Beine, bei der Ausstattung der systemisch wichtigen Universitäten und Bildungseinrichtungen würde ich mir eine ebensolche Kraftanstrengung wünschen.“ Nur so könne der Wohlstand gesichert werden. Heckl fordert eine geistige Wende, die nicht nur in Redemanuskripten existiere, sondern die wirklich „Vorfahrt für die naturwissenschaftlich-technische Kultur“ gewähre. Eine Kultur des Tüftelns, Bastelns und der Reparatur könne dazu beitragen.
Unterdessen gibt jeder dritte Studienabbrecher laut einer neuen Studie heute Leistungsprobleme und Prüfungsversagen als Grund an.
Stand: 22.02 Uhr













