Gefährliche Bakterien im Hühnchen
Mehr als 70 Prozent der Hühnchen in Europas Schlachthäusern sind mit dem Erreger Campylobacter infiziert. Der kann beim Menschen Durchfall, Unterbauchkrämpfe und Fieber auslösen.
Eine Studie der EU-Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) untersuchte die Hygiene-Qualität in europäischen Schlachthäusern. Salmonellen konnten nur bei rund 16 Prozent der Tiere nachgewiesen werden.
Die Behörde mit Sitz in Parma hat Schlachthöfe in allen 27 EU-Staaten untersucht. Die Ergebnisse sind alarmierend: In Deutschland fanden Prüfer die Erreger bei fast 49 Prozent der Tiere, nach der Schlachtung sogar bei 61 Prozent. Dass es auch anders geht, zeigen Finnland oder Estland: In diesen Ländern waren nur bis zu 6 Prozent der Hühnchen infiziert.
Nach Angaben des Bundesinstituts für Risikobewertung ist die Zahl der Campylobacter-Erkrankungen in den vergangenen Jahren EU-weit gestiegen. In Deutschland werden mittlerweile mehr als 60 000 Fälle pro Jahr gemeldet. Eine europaweite Strategie im Kampf gegen Campylobacter gibt es bislang nicht.
„Bei dem Erreger ist es sehr schwierig, eine Verschleppung zu unterbinden“, erklärt eine Sprecherin des Bundesinstituts für Risikobewertung. Er wird vor allem im Kot von Tieren in hoher Konzentration gefunden und kann deshalb über verschmiertes Gefieder beim Schlachten in das Fleisch gelangen. Ziel müsse es aber sein, die Keimmenge deutlich zu reduzieren. Dazu könnten die Hühneraufzucht-Betriebe ebenso beitragen wie die Schlachthäuser













