Gewinn der VW Financial Services AG sinkt
Die Wirtschaftskrise hat bei der VW Financial Services AG Spuren hinterlassen. Vor allem Kreditausfälle haben dem Unternehmen zugesetzt. Der Überschuss sank um ein Drittel. Dennoch zog Vorstandschef Frank Witter zufrieden Bilanz.
„Wir sehen die Krise als Chance und haben sie im Markt aktiv und konsequent
genutzt“, sagte Witter unserer Zeitung.
Das Vorsteuer-Ergebnis sank um ein
Drittel auf 554 Millionen Euro. Auch der Überschuss – also das Ergebnis nach
Steuern – ging um ein Drittel auf 395 Millionen Euro zurück. Witter, der die
Zahlen gestern in Frankfurt vorstellte, machte dafür in erster Linie
Kreditausfälle verantwortlich.
Unserer Zeitung sagte er, dass mehr Händler als Privatkunden Probleme hätten, ihre Kredite zurückzuzahlen. Witter: „Kreditausfälle sind für die gesamte Branche ein schwieriges Thema. Sie werden uns auch in diesem Jahr einiges abverlangen.“
Durch die enge Verzahnung mit dem VW-Konzern profitierte auch die VW Financial Services AG von der Abwrackprämie. Sie ist laut Witter die Hauptursache dafür, dass die Zahl der Neuverträge im vergangenen Jahr um 16,4 Prozent zulegte.
Das gelte sowohl für Einzelkunden als auch für das Leasing- und Flottengeschäft. „Wir haben unseren Anteil im Flottengeschäft gegen die Marktentwicklung signifikant ausgebaut“, sagte Witter. Zugelegt habe das Unternehmen ferner bei Service- und Versicherungsverträgen. „Das sind Wachstumsfelder, die wir gezielt bespielen“, sagte er.
Ein wichtiges Geschäftsfeld der VW-Finanzsparte sind die Einlagen von Privatkunden. „Unser Ziel ist es, dass ein Drittel unserer Finanzierung aus Einlagen kommen. Im Euroraum liegen wir schon über diesem Wert“, sagte Witter. Im Vergleich zum Geschäftjahr 2008 sind die Einlagen nach Unternehmensangaben gleich um 42,6 Prozent gestiegen. Sie summierten sich Ende vergangenen Jahres auf 18,3 Milliarden Euro. Die Zahl der Direktbankkunden stieg zudem um 16 Prozent auf 939 000.
„Wir haben diese Entwicklung so nicht erwartet“, sagte Witter. Seine Erklärung: „Der Name VW steht für Solidität und Vertrauen, daran ist nichts gekünstelt.“ Dieses Image strahle in der Krise auch auf die Finanzsparte des Konzerns aus.
Während in vielen Unternehmen kurzgearbeitet und Personal sogar abgebaut wurde, hat die VW Financial Services AG die Belegschaft um 136 Mitarbeiter vergrößert. Für das Unternehmen arbeiten 6775 Menschen, davon 4100 in Braunschweig.
Impulse, wie sie im vergangenen Jahr von der Abwrackprämie ausgingen, wird es in diesem Jahr voraussichtlich nicht geben. Deshalb erwartet Witter eine stagnierende Entwicklung. „Ich schließe Rückschläge zwar nicht aus. Wir haben aber aus der Krise gelernt, beherrschen das Risikomanagement und sind daher stabil. Für das laufende Jahr bin ich vorsichtig optimistisch. Beim Ergebnis werden wir mindestens das Niveau von 2009 erreichen“, sagte er.













