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13. Februar 2012
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FDP will Wetten und Glücksspiele erlauben

Von Andre Dolle und Natalie Bornemann

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Das Geschäft mit Sportwetten brummt, besonders vor Beginn der Fußball-WM. Gleichzeitig wird der Streit über das staatliche Glücksspiel-Monopol lauter. Seit 2008 ist der Staatsvertrag in Deutschland gültig, um die Spielsucht zu bekämpfen. Doch bei den Sportwetten ist der staatliche Monopolist Oddset nur noch eine Randfigur.

„Der Wettmarkt ist mit 95 Prozent fest in der Hand privater Anbieter“, sagt Mario Maschke unserer Zeitung. Der Forscher ist Verfasser einer Studie zum Thema, die das Kieler Institut für Weltwirtschaft herausgegeben hat.

„Wir befinden uns in einer rechtlichen Grauzone. Private Wettbüros kooperieren mit ausländischen Anbietern und umgehen so die Beschränkungen in Deutschland“, sagt Maschke. Andere Sportwettenanbieter berufen sich auf Lizenzen aus der ehemaligen DDR, die wegen des Einigungsvertrages in ganz Deutschland Gültigkeit erlangt hätten.

Ebenso unübersichtlich ist die Wettabgabe im Internet, die immer beliebter wird. So ist es etwa möglich, eine Wette bei einem Online-Buchmacher abzugeben, der keine Lizenz in Deutschland besitzt.

Der Deutsche Lottoverband beklagt das „Rechts-Chaos“ mit rund tausend Verfahren in Deutschland seit Einführung des Glücksspiel-Monopols. Der illegale Markt blüht hingegen. Eine Studie der Unternehmensberatung Goldmedia zeigt, dass 2009 knapp 8 Milliarden Euro von Deutschen für Wetten ausgegeben wurden – meist für illegale Glücksspiele und somit vorbei am Fiskus.

Die Debatte wird daher schärfer. Die deutsche Sonderregelung hat bereits die EU-Kommission auf den Plan gerufen. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) kündigte an, das staatliche Glücksspiel-Monopol aufzukündigen.

In Niedersachsen will die FDP die bisherige Regelung kippen. Fraktionschef Christian Dürr sagt unserer Zeitung: „Der Staatsvertrag hat versagt. Der große Schwarzmarkt zeigt, dass die Spielsucht nicht effektiv bekämpft worden ist. Zugleich gehen dem Land 70 Millionen Euro jährlich verloren.“ Geht es nach der FDP, sollen private Anbieter von Sportwetten und Glücksspielen künftig Konzessionen beantragen. „Wir wollen keinen unkontrollierten, sondern einen regulierten Markt“, so Dürr.

Der ist notwendig. Nach Angaben der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sind 600.000 Deutsche spielsüchtig. Vergangenes Jahr wurden allein 650 Menschen bei der Lukas-Werk Suchthilfe in Braunschweig beraten.

FAKTEN

- Das staatliche Glücksspiel-Monopol gilt in Deutschland seit Januar 2008 und läuft Ende 2011 aus. Soll es erneuert werden, müssen 13 Bundesländer ihre Zustimmung geben.

- Laut Deutschem Lottoverband verlieren die Bundesländer während der vierjährigen Laufzeit des Glücksspiel-Monopols rund 14 Milliarden Euro Umsatz und damit 6 Milliarden Euro Steuern.

Freitag, 28.05.2010
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/12310806/menuid/2046

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