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16. März 2010
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Heilpraktiker wegen Tötungsverdachts in Untersuchungshaft


Bad Harzburg (lni) - Ein Heilpraktiker aus Bad Harzburg soll durch eine verunreinigte Spritze den Tod eines Patienten verursacht haben. Der 62-Jährige sitze in Untersuchungshaft, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Braunschweig am Freitag. Dem Heilpraktiker werde Tötung durch Unterlassen vorgeworfen. Er soll einem 76-jährigen Mann eine mit Krankheitserregern verunreinigte Injektion gegeben habe. Als der Rentner daraufhin tödlich erkrankte, habe der Heilpraktiker keinen Arzt zu Hilfe gerufen.

Der 62-Jährige werde nicht zum ersten Mal verdächtigt, für den Tod eines Patienten verantwortlich zu sein. Bereits im vergangenen Jahr hatte die Staatsanwaltschaft den Heilpraktiker wegen fahrlässiger Tötung angeklagt. Damals soll er einer 66 Jahre alten Patientin ebenfalls eine mit gefährlichen Keimen verunreinigte Spritze gegeben haben, an deren Folgen die Frau starb. Der Prozess steht noch aus.

Im aktuellen Fall wögen die Vorwürfe schwerer, sagte Ziehe. Diesmal werde dem Heilpraktiker nicht nur fahrlässige Tötung vorgeworfen. Denn er habe gewusst, dass sein 76 Jahre alter Patient sterbenskrank war. Möglicherweise um zu vertuschen, dass die von ihm gegebene, mit Krankheitserregern verunreinigte Spritze die Ursache für die tödliche Erkrankung war, habe der Heilpraktiker keine Ärzte zu Hilfe gerufen.

Um weiteres Unheil zu verhindern, habe die Staatsanwaltschaft ein vorläufiges Berufsverbot gegen den Heilpraktiker erwirkt, sagte Ziehe. Die Praxis des 62-Jährigen in Bad Harzburg wurde von den Behörden geschlossen. Die Gesundheitsbehörde des Landkreises Goslar hatte schon vor den beiden Todesfällen die mangelnde Hygiene in den Räumen moniert.

Eine unter Totschlagsverdacht stehende Internistin aus Langenhagen bei Hannover war am Donnerstag gegen Kaution aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Ihr wird vorgeworfen, mindestens acht Menschen durch Überdosen Morphium und Valium getötet zu haben. Auch gegen einen Einbecker Klinikarzt wird ermittelt. Er soll einer schwer kranken Patientin Medikamente verabreicht haben, die zu ihrem Tod führten.

Freitag, 12.03.2004
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/2590527/menuid/2046

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