VW: Annäherung, kein Durchbruch
Stand 23 Uhr Warnstreiks in Salzgitter und Braunschweig Heute Aktionen am Wolfsburger VW-Hochhaus
HANNOVER. In die festgefahrenen VW-Tarifverhandlungen ist gestern Nacht "leichte Bewegung" gekommen. Das sagte ein Verhandlungsteilnehmer am Abend.
"Wir sind jetzt endlich im Kostenentlastungsbereich", stellte ein VW-Verhandler fest. Die IG Metall hatte sich zwar grundsätzlich zu Kostenentlastungen für das Unternehmen bereit erklärt. Ihre ersten Vorschläge, so bemängelte VW jedoch, hätten zu Mehrbelastungen geführt.
Die IG Metall kündigte abends an, dass sie aller Wahrscheinlichkeit nach alle Beschäftigten in Wolfsburg heute um 14 Uhr zur Kundgebung vor das VW-Hochhaus mobilisieren werde. "Das zeigt, dass sich VW viel zu wenig bewegt", sagte ein IG-Metaller. "Wir stehen in Wolfsburg bereit und haben alle Vorbereitungen abgeschlossen", sagte Wolfsburgs IG-Metall-Sprecher Willi Dörr.
Für Optimismus auf einen raschen Durchbruch gab es keine Anzeichen. "Die Verhandlungen verlaufen sehr, sehr zäh", hieß es. "Die Geschwindigkeit der Bewegung ist zu gering", sagte VW-Verhandlungsführer Josef-Fidelis Senn am Abend unserer Zeitung.
Da die Verhandlungskommissionen Zimmer im Congress-Centrum Hannover bestellt haben, ist davon auszugehen, dass am Dienstagvormittag möglicherweise weiter verhandelt wird. Nach Informationen unserer Zeitung gibt es Überlegungen, erprobte Elemente des Modells 5000x5000 in den neuen Tarifvertrag zu integrieren. Demnach werden Qualizierungszeiten zusätzlich zur Produktionszeit teilweise vom Arbeitnehmer bezahlt.
Die Tarifgespräche waren gestrn von Warnstreiks begleitet. Laut IG Metall haben sich 16 000 Beschäftigte in vier Werken daran beteiligt. In Salzgitter legten rund 3500 die Arbeit nieder, in Braunschweig waren es 3000. Sie wollten Druck auf die VW-Verhandlungsführer ausüben. Bundespräsident Horst Köhler rief zur Einigung auf.
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