500 Neonazis marschierten in Peine auf
Polizei löste Umzug nach einer halben Stunde auf Versammlungsverbot in Magdeburg
PEINE. Rund 500 Neonazis sind Samstagmittag überraschend in der Peiner Innenstadt aufmarschiert. Die Rechtsextremen waren in neun Bussen aus dem gesamten Bundesgebiet angereist.
Um 12.28 Uhr hatte die Peiner Inspektion "einen polizeiinternen Hinweis" erhalten, wonach Busse mit Rechtsextremen auf der Autobahn 2 unterwegs seien. Sechs Minuten später nur trafen erste Gruppen auf dem Schützenplatz ein. Die Polizei forderte Hilfe aus Braunschweig, Hannover, Gifhorn, Salzgitter, Wolfsburg und Wolfenbüttel an.
Aus Hessen wurde eine Alarmhundertschaft hinzugezogen, die sich wegen erwarteter Neonazi-Aktionen im Nachbarbundesland in Bereitschaft gehalten hatte. Insgesamt waren 270 Polizisten im Einsatz. Zumeist schwarz gekleidet zogen die Rechtsextremen mit Fahnen durch die Stadt, forderten Meinungsfreiheit und propagierten "nationalen Widerstand". Vor der Jakobikirche und auf dem Markt postierten sie sich zu Kundgebungen. Nach einer halben Stunde löste die Polizei den Zug auf, stellte die Personalien fest und geleitete die Busse zur A 2.
Mit einem Großaufgebot hatte die Polizei in Sachsen-Anhalt am Vormittag ein kurzfristig verhängtes Verbot geplanter Neonazi-Aufmärsche in Magdeburg und Halle durchgesetzt. Dafür wurden mehr als 15 Busse mit mutmaßlichen Teilnehmern gestoppt und zur Umkehr aufgefordert ein Teil davon steuerte daraufhin offenkundig Peine an.
Die Polizei in Magdeburg war davon ausgegangen, dass es sich um Ersatzveranstaltungen für einen verbotenen Neonazi-Gedenkmarsch im bayerischen Wunsiedel handeln sollte. Dort ist der frühere Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß begraben.











