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12. Februar 2012
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"Was nutzen Kleingruppen ohne Räume?"

Im Streit um die Verwendung der Studiengebühren brauchen die Universitäten viel Fingerspitzengefühl

Von Michael Ahlers

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HANNOVER. Absurd und infam sei die Kritik an den Hochschulen, schimpfte Niedersachsens Wissenschaftsminister Lutz Stratmann (CDU). Doch mit ihren Umbauplänen, finanziert aus den Studiengebühren, hat die Universität Göttingen eine Debatte losgetreten.

Wofür dürfen die Universitäten das Studenten-Geld ausgeben? Schon seit jeher argwöhnen Studentenvertreter, dass mit ihren 500 Euro "Studienbeitrag" pro Semester vor allem die Löcher in den gebeutelten Etats der niedersächsischen Hochschulen gestopft werden sollen.

Um 50 Millionen Euro jährlich, schimpfte die Grünen-Abgeordnete Gabriele Heinen-Kljajic im Landtag, habe die Landesregierung die Hochschulen mit dem "Hochschuloptimierungskonzept" erleichtert.

Im Gegenzug versprach Stratmann, dass es weitere Kürzungen nicht geben werde. Und: 125 Millionen Euro pro Jahr stellte der Minister den Hochschulen durch die neuen Studiengebühren in Aussicht.

Mit ihnen sollen die Studienbedingungen verbessert werden – von längeren Öffnungszeiten der Bibliotheken über Tutorien und Zusatzseminare bis zu neuen Fotokopierern und Laborgeräten. Von teuren Bauvorhaben – wie an der Uni Göttingen geplant – war bisher aber nicht die Rede.

"Studienbeiträge sind nicht dazu dazu da, Löcher zu stopfen", sagt auch Elisabeth Hoffmann, Sprecherin der TU Braunschweig. Und das ist auch wörtlich zu verstehen: Das Sanieren maroder Gebäude gehört nicht dazu. Alle Anträge, die mit Baumaßnahmen zu tun hätten, würden besonders genau geprüft, heißt es bei der TU.

Für Wolf-Rüdiger Umbach, Präsident der Fachhochschule Braunschweig/Wolfenbüttel, sind bauliche Veränderungen, finanziert aus den Einnahmen, keineswegs tabu. "Was nutzen uns kleinere Lerngruppen, wenn wir nur einen großen Hörsaal haben?", sagt Umbach. So sieht es auch Herbert Stiller vom Studienzentrum der Universität Clausthal: "Natürlich muss es möglich sein, mal eine Wand einzuziehen."

Die Hochschulen, gerade auch die Göttinger, betonten, dass die Studenten bei den Entscheidungen darüber, wie das Geld ausgegeben wird, stark einbezogen sind. "Es macht keinen Sinn, Lehrveranstaltungen anzubieten, für die es gar keine Räume gibt", sagt Christian Zigenhorn vom AStA Göttingen. Erst langsam dämmert den Studenten wohl auch, über welche Millionensummen sie mitreden sollen: 10 Millionen Euro pro Jahr kommen beispielsweise in Braunschweig in die Kasse, die FH rechnet in diesem Jahr mit 4,6 Millionen Euro durch die Studiengebühren. Ob die Verwendung für Bauarbeiten nach Göttinger Art wirklich unzulässig ist, wie SPD und Grüne meinen, ist aber gar nicht so sicher. Bei einem Expertenseminar wurde den Teilnehmern der Hochschulen erläutert, dass die Verbesserung der Studienbedingungen oberste Messlatte dafür sei, ob Ausgaben durch die 500 Euro pro Semester finanziert werden dürfen. In Göttingen fand man, dass auch ein Wickelraum für 20 000 Euro durchaus dazu gehöre.

Freitag, 16.02.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/6420545/menuid/2046

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