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12. Februar 2012
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Ein Park nach barockem Vorbild

Aus der ehemaligen Kuhwiese entstand ein Garten – Rittergut Schwicheldt ist ein Landwirtschaftsbetrieb

Von Eva Lienemann

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SCHWICHELDT.  Durch einen steinernen Torbogen geht es auf das Anwesen der Familie von Hardenberg. "Bleibt beständig" – der Wappenspruch der Familie, steht in französisch auf einem Gittertor vor dem Rittergut Schwicheldt. Ein Geschenk der Gräfin Ulrike von Hardenberg an ihren Mann Ulrich. Beständig und bodenständig arbeitet die Familie seit Jahrzehnten in der Landwirtschaft.

Rechts vom Haupthaus, wo früher Vieh und Pferd in ihren Ställen lebten, sind Mietswohnungen entstanden. Und das Heim der von Hardenbergs sah früher auch nicht so akkurat aus, wie es heute dort steht. Im Jahr 1962 übernahm Graf Ulrich von Hardenberg Haus und Hof, die von 1425 bis 1843 im Besitz der Herren von Oberg gewesen waren. Sieben Jahre später siedelte er nach Schwicheldt über. Damals war er noch allein, erst 1971 kam seine Frau Ulrike hinzu.

Zu Hoch-Zeiten saß man mit acht Leuten um den Mittagstisch. Die Schwiegermutter wohnte mit auf dem Gut in Schwicheldt, heute ein Stadtteil von Peine. Hardenbergs haben drei Kinder, und die Gräfin – gelernte Hauswirtschafterin – bildete damals zwei Lehrlinge aus. Von der Wurst bis zur Marmelade wird auch heute im Hardenbergschen Haushalt alles selbst hergestellt.

Die Kinder sind lange aus dem Haus, die Lehrlinge ausgebildet – doch es gibt genug zu tun. Der riesige Garten zum Beispiel, um den sich die Gräfin kümmert, und den sie nach den barocken Vorlagen der Herren zu Oberg wieder errichtet hat. Wo sich heute auf vier Hektar sattes Grün und ein Teich mit Wasserfontäne erstrecken, befanden sich zu Obergs Zeiten noch eine feuchte Senke und eine Kuhweide, übersät mit Brennnesseln.

Ein Naturereignis vor zehn Jahren zwang die Familie zu einer Neugestaltung des Gartens. Eine gewaltige Windhose fegte damals auch über das Anwesen in Schwicheldt hinweg. Drei Jahre lang räumten die Hardenbergs hinterher auf. Das lag besonders an dem riesigen Ahorn, der sich quer über den Rasen erstreckte. Neben der Unglücksstelle ist mit Hilfe der ganzen Familie inzwischen ein barocker Küchengarten entstanden. "Mit den Kindern habe ich damals 300 Eiben und 3000 Buchsbäume gepflanzt", erinnert sich die Gräfin.

Aktiv ist sie auch in anderer Hinsicht. Als die Kinder aus dem Haus waren, wurde Frau von Hardenberg mit 40 Jahren zur Praktikantin, lernte das Restaurieren von Möbeln in einer Hannoveraner Werkstatt. Heute besitzt sie gemeinsam mit dem ehemaligen Werkstattleiter Räume am Hof, in denen antike Möbel restauriert werden.

Der Graf ist tagsüber mit seinen zwei Mitarbeitern auf den Feldern, auf denen Raps, Rüben, und Getreide wachsen. Zwar geht er demnächst in Rente, doch der Betrieb ist gesichert: "Unser zweiter Sohn kommt im nächsten Jahr nach Hause und übernimmt den Hof," ist der Graf erfreut.

 

SERVICE: Rittergut Schwicheldt

Das Rittergut ist ein Landwirtschaftsbetrieb und deshalb nicht zu besichtigen.
Die Ausnahme: Familie Hardenberg nimmt an der Aktion der „Offenen Pforte“ teil, bei der im Landkreis Peine die schönsten Gärten zu besichtigen sind. Termine unter www.offene-pforte.city-map.de
In der Restaurierungswerkstatt gibt es für kleine Gruppen Seminare über Restaurierung. Terminabsprache unter Telefon 0 51 71/5 22 03.

Dienstag, 02.10.2007
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/7375149/menuid/2046

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