Die größte Samenbank der Welt
Pflanzensaat am Nordpol tiefgefroren Braunschweiger Saatgut dabei
LONGYEARBYEN. Auf der Polarinsel Spitzbergen steht die größte Tiefkühltruhe der Welt: 130 Meter ist sie hoch und liegt tief in einem Berg. Drei Hallen wurden in das Gestein gebohrt, um dort eine gigantische Sammlung von Pflanzensamen aus aller Welt zu lagern.
Darunter sind auch Samen aus der Genbank der Bundesanstalt für Züchtungsforschung an Kulturpflanzen, die ihren Sitz bis 2003 in Braunschweig hatte. Lothar Frese, damals Leiter der Genbank: "Spitzbergen ist eine zusätzliche Sicherheit. Trotzdem ist das kein Ersatz für unsere eigenen Genbanken. Wir dürfen Spitzbergen nicht als Alibi benutzen, um die Verantwortung für unsere Kulturpflanzen abzuschieben." Der Vorrat von bis zu 4,5 Millionen Samenkörnern wird angelegt, damit auch nach globalen Naturkatastrophen Samen bereitliegen. Selbst nach einem Asteroideneinschlag oder einem Atomkrieg soll die Samenbank ausreichend Saatgut bieten, um erneut Getreide anzubauen und den Hunger der Überlebenden zu stillen.
Die frostigen Lagerhallen funktionieren wie ein Schutzbunker. Sie gelten als erdbebensicher. Bei minus 18 Grad könnte das Saatgut für mindestens tausend Jahre frisch bleiben. Aus Deutschland sind beispielsweise Samen von Hafer, Gerste und Weizen auf Spitzbergen gelagert.













