EU legt sich mit Auto-Industrie an
Kommission will Auflagen für PKW-Werbung deutlich verschärfen VW droht mit Anzeigenboykott
BRÜSSEL. Die EU-Kommission plant, Autowerbung künftig mit auffälligen Hinweisen zu Kraftstoffverbrauch und -Ausstoß zu versehen.
Der britische EU-Parlamentarier Chris Davies hatte im vorigen Jahr sogar vorgeschlagen, dass bei jeder Werbung für Autos 20 Prozent der Anzeigenfläche für Angaben zum Spritverbrauch und -Ausstoß reserviert werden sollten.
"Wir klären Raucher über die Wirkung von Zigaretten auf. Warum sollten wir nicht auch Autohersteller dazu zwingen, ihren Kunden mehr Informationen an die Hand zu geben?", fragt Davies.
Allerdings sei es wenig wahrscheinlich, dass es zu Warnhinweisen wie bei der Tabak-Werbung kommt, sagt Barbara Helfferich, Sprecherin von Umweltkommissar Stavros Dimas.
VW-Marketing-Leiter Jochen Sengpiehl spricht von einem massiven Eingriff in die Werbefreiheit, der einer Zensur gleichkomme. "Als Folge solcher Vorgaben würden wir wohl unsere Werbe-Etats umschichten müssen weg von gedruckten Anzeigen hin zu mehr Werbung im Fernsehen und im Internet, da wir dort mehr Möglichkeiten hätten", sagt Sengpiehl im Gespräch mit unserer Zeitung.
Ihm seien zudem EU-Überlegungen zu Ohren gekommen, Autobauer sollten Dynamik und Sportlichkeit der Modelle nicht mehr bewerben dürfen. Das würde die Wettbewerbsfähigkeit der gesamten deutschen Autoindustrie erschweren, meint der VW-Marketing-Leiter.













