"Die Aufsicht hat versagt"
Alle Fraktionen entsetzt über Lage im Endlager Asse II "Alternativen prüfen"
HANNOVER. Nach dem Bekanntwerden radioaktiver Verseuchung gehen auch CDU und FDP auf Distanz zum Betreiber des Endlagers Asse II. SPD und Grüne sprechen von einem Versagen der Aufsicht für die Grünen einschließlich Regierungschef Wulff.
"Ich persönlich traue weder dem Landesbergamt noch dem Helmholtz-Zentrum München über den Weg", meinte der CDU-Landtagsabgeordnete Frank Oesterhelweg. Das Helmholtz-Zentrum betreibt die Asse, das Landesbergamt ist Genehmigungsbehörde und untersteht dem Umweltministerium.
Der Wolfenbütteler FDP-Abgeordnete Björn Försterling betonte, bei einem Besuch der Schachtanlage mit Atommüll im Januar 2007 über die Situation getäuscht und angelogen worden zu sein.
Kürzlich war bekannt geworden, dass Laugen in dem Bergwerk mit Cäsium belastet sind, stellenweise bis zum 11-fachen des Grenzwertes. SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner sprach von einem Kartell des Vertuschens und Versagens. "Was wir uns auf keinen Fall leisten können, ist ein ignoranter Betreiber und eine mauernde Aufsicht", so Jüttner. Auch Grünen-Fraktionschef Stefan Wenzel sagte: "Die Aufsicht hat versagt." Wenzel bezweifelte, dass Landesumweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) und Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) von der radioaktiven Belastung von Laugen und dem Abpumpen ohne strahlenschutzrechtliche Genehmigung nichts mitbekommen hätten. Die Arbeiten zum Fluten der Asse gingen zudem einfach weiter, so Wenzel. Der SPD-Abgeordnete Marcus Bosse sagte, die Verunsicherung in der Region sei groß wie nie.
"Bis Ende des Jahres erwarten wir ein prüfungsfähiges Schließungskonzept vom Betreiber", sagte Sander. SPD-Fraktionschef Jüttner warnte vor zu großem Zeitdruck: Dann könnten Alternativen zum Fluten und Verschließen nicht mehr geprüft werden.













