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12. Februar 2012
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Eltern: Wulff will Gesamtschulen bewusst schaden

Widerstand gegen neues Turbo-Abi wächst

Von Michael Ahlers

HANNOVER. Mit einem Gesamtschul-Gipfel will die SPD-Fraktion im Landtag den Widerstand gegen das verkürzte Abitur bündeln. Opposition und Landeselternrat werfen der Landesregierung vor, den Zulauf zu Gesamtschulen gezielt verhindern zu wollen.

Ministerpräsident Christian Wulff hatte angekündigt, dass auch an Gesamtschulen das Abitur nach 12 Jahren abgelegt werden soll. Erstmals soll das 2018 passieren. "Die Integration und das pädagogische Konzept der Gesamtschule wären kaputt", sagte SPD-Fraktionschef Wolfgang Jüttner unserer Zeitung. Die SPD werde daher Verbände, Gesamtschulvertreter und Kommunen zu einer Anhörung einladen. Das solle möglichst noch im März geschehen. "Der Unmut ist unheimlich groß", meinte Jüttner.

"Pädagogische Gründe sind nicht zu erkennen", erklärte auch der Landeselternrat zu den Plänen der Landesregierung. Viele Eltern wollten ihren Kindern mit der Wahl einer Gesamtschule einen ruhigeren, dafür aber längeren Weg zum Abitur ermöglichen. "Es kann nur der Eindruck entstehen, dass diese Landesregierung einer Schulform, die immer stärker angenommen wird, bewusst schaden will", erklärte der Landeselternrat.

Die angebliche Gleichbehandlung unterschiedlicher Schulformen zeuge von Unwissenheit und ideologisch bedingter Gleichmacherei. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW hat Proteste angekündigt. Der konservative Philologenverband unterstützt dagegen den Kurs der Landesregierung. Diese hatte trotz großer Bedenken der CDU-Fraktion nach öffentlichem Druck vor der Landtagswahl 2008 das Neugründungsverbot von Gesamtschulen aufgehoben.

Zum kommenden Schuljahr werden laut Kultusministerium mindestens zwölf neue Gesamtschulen in Niedersachsen an den Start gehen, weitere sind beantragt. In Braunschweig wird eine weitere Gesamtschule eingerichtet. Ministeriumssprecher Andreas Krischat sagte zur Kritik: "Es wird künftig auch an den Gesamtschulen die normalen Bedingungen wie überall im Land geben." Er betonte, damit sei die Regierung auch einem Wunsch aus den Gesamtschulen entgegen gekommen, die sonst eigene Wettbewerbs-Nachteile befürchtet hätten.

Montag, 02.03.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/9946201/menuid/2046

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