Proteste gegen Aussaat von Genmais
Forschung in Völkenrode geht aber weiter
Die Aussaat von Genmais ist seit Dienstag verboten. Doch auf dem Gelände des Johann-Heinrich-von Thünen-Instituts (VTI) bei Völkenrode wird weiter an Genmais geforscht. Ende des Monats wird dort Genmais auf 2000 Quadratmetern ausgesät. Gegner haben Proteste angekündigt und fordern, die Forschung einzustellen.
Ursprünglich sollten auf dem Gelände der ehemaligen Forschungsanstalt für Landwirtschaft zwei Felder mit Genmais angelegt werden. Auf einer Fläche von 24 000 Quadratmetern wollte das Julius-Kühn-Institut (JKI) vom Messeweg dort den Genmais MON810 ausbringen und untersuchen. Das Verbraucherschutz-Ministerium in Berlin hat die Aussaat dieser Maissorte verboten. JKI-Sprecherin Gerlinde Nachtigall sagt: "Dieses Verbot gilt auch für uns. Wir stehen mit dem Ministerium in Kontakt und wollen in Erfahrung bringen, ob es Ausnahmen für die Forschung gibt."
Genehmigung für Aussaat liegt Forschern vor
Das JKI untersucht die Maissorte seit zwei Jahren und wollte die Forschungen in diesem Jahr abschließen. "Wir wissen nicht, ob das Verbot unsere Forschung überflüssig macht." Eine Antwort vom Ministerium stehe noch aus.
Anders verhält es sich mit dem zweiten Forschungsvorhaben in Völkenrode. Die Technische Universität Aachen und das VTI wollen dort in Erfahrung bringen, so VTI-Sprecher Michael Welling, wie Insekten und Bodenorganismen auf das Eiweiß in Genmais-Pflanzen reagieren. "Es handelt sich dabei um Grundlagenforschung in Sicherheitsfragen. Dies kann man nicht im Labor testen." Die Aussaat sei genehmigt, so Welling, und: "Es handelt sich nicht um verbotenen MON810-Mais, sondern um eine andere Sorte."
Das Bündnis für eine gentechnikfreie Region Braunschweig will dies verhindern. Heiner Schrobsdorff, einer der Sprecher, kündigte eine Protestfahrt zum Forschungsinstitut und mehrtägige Mahnwachen an. "Wir werden protestieren, bis die Aussaat von Genmais egal welcher Sorte verboten wird."











