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09. Februar 2012
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Entscheidungen über Stadion und Rathaus stehen auf der Kippe

Erst nach der Steuerschätzung gibt es Vorlagen der Verwaltung für die Politik

Von Ralph-Herbert Meyer

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Die Kosten steigen, die Einnahmen sinken. Bei Eintracht-Stadion und Rückbau des Rathauses droht wegen der Finanzkrise das vorläufige Aus der hochtrabenden Modernisierungspläne.

Gestern sagte Baudezernent Wolfgang Zwafelink: "Letztlich ist die Machbarkeit der Sanierungsvarianten davon abhängig, wie sich die Finanzsituation der Stadt entwickelt und welche Konsequenzen Verwaltung und Politik daraus ziehen."

Ursprünglich galt dieses Zitat dem Rathaus. Auf Nachfrage bestätigte der Baudezernent allerdings, dass Gleiches auch fürs Stadion gelte. Beide Prestige-Vorhaben zusammen würden in etwa so viel Geld verschlingen, wie die prognostizierten Mindereinnahmen bei der Gewerbesteuer ausmachen: rund 30 Millionen Euro.

Die Entscheidungen im Rat sind schon vertagt. Im Mai muss niemand im Parlament den Arm dafür oder dagegen heben. Vielleicht im Juni, vielleicht aber auch noch später, in der Hoffnung, dass die Steuereinnahmen wieder steigen.

Die Kosten für den Rückbau des Rathauses sind nach Angaben der Verwaltung jedenfalls von 10,5 auf 12,9 Millionen Euro gestiegen, die für Komplett-Sanierung gar von 15,2 auf 20,5 Millionen Euro. Gründe sind neue Erkenntnisse aus eingehenderen Untersuchungen und Brandschutzauflagen.

Die Kosten beim Stadion-Umbau sind im Vergleich zu den Ursprungsplanungen vor knapp drei Jahren von 12,5 auf 20 Millionen gestiegen. Gründe sind gestiegene Ansprüche und Wünsche. Die beschlossene und nicht mehr zu diskutierende Überdachung der Nordkurve wird mit zusätzlichen 7  Millionen Euro veranschlagt.

Zwafelink und die Verwaltung befürworten beim Rathaus weiter den Rückbau als kostengünstigste, konsequenteste und städtebaulich attraktivste Lösung. Die Grünen fordern die Komplett-Sanierung. Politische Mehrheiten wackeln beim Rathaus wie auch beim Stadion.

Die Verwaltung ist abgerückt von dem Plan, den Rathaus-Rückbau in das Konjunkturprogramm einzubinden. Damit gibt es keinen Zeitdruck mehr, unbedingt Ende 2010 fertig sein zu müssen. Der bewilligte Zuschuss in Höhe von zwei Millionen Euro, so Zwafelink, könne für andere Sanierungen im Rahmen des Programms verwendet werden.

Die Stadt arbeitet zudem an einer Lösung, dass Mitarbeiter nach dem Rückbau nicht in gemietete Büros umziehen müssen. Für die Unterbringung deute sich eine konzerninterne Lösung an. Und es wird in absehbarer Zeit neue Entwürfe für den Rathaus-Rückbau geben.

Der Baudezernent schloss aus, dass es beim Rathaus eine Alternative sein könnte, gar nichts zu tun. Schlechte Energiebilanz und Bausubstanz ließen das nicht zu. In Teilen gilt das auch für das Stadion, etwa bei den sanitären Anlagen.

Samstag, 09.05.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10294174/menuid/2048
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