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11. Februar 2012
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"Wir kommen mit Protesten nicht weiter"

Regina de Rose zum geplanten Bildungs-Volksbegehren


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Schüler und Eltern wollen von Braunschweig aus ein Volksbegehren für bessere Bildungsbedingungen in Niedersachsen auf den Weg bringen. Stadtelternrats-Vorsitzende Regina de Rose äußerte sich im Gespräch mit Jörg Fiene zu den Plänen.

Frau de Rose, sind Schüler und Eltern andernorts im Land weniger engagiert oder warum geht das Volksbegehren von Braunschweig aus?

Das ist keine Idee aus Braunschweig allein, sondern auch aus anderen Hochburgen des Protestes wie Oldenburg, Harburg, Hannover und Göttingen. Wir haben hier einfach das Gespür entwickelt, dass wir so nicht weiterkommen. Wir müssen uns jetzt anderer Mittel bedienen und in die Gesetzgebung eingreifen, um im Namen der Schüler zu zeigen: Wir wollen nicht dumm sein.

Welche der vielen Forderungen filtern Sie fürs Volksbegehren heraus?

Es muss unbedingt einfließen, dass Schulen im Rahmen ihrer Eigenverantwortung die Entscheidung überlassen wird, ob sie Abitur nach acht oder neun Jahren wollen. Die Schulen könnten beispielsweise die Jahrgänge aufteilen. Das gilt übrigens für Gymnasien wie für Gesamtschulen. Wir werden alle älter – es kommt auf dieses eine Jahr wirklich nicht an.

Und die anderen Schulformen?

Wenn wir unser Ziel mit dem Abitur nach neun Jahren erreichen würden, wäre das auch eine riesige Erleichterung für die Realschüler, die zurzeit vom System regelrecht weggequetscht werden. Künftig könnten sie mit schönem Abschluss wieder in aller Ruhe die Oberstufe angehen. Jetzt sagt man ihnen, sie könnten zum Abitur ja an die Fachgymnasien gehen. Es gibt aber dafür gar keinen Platz mehr in Braunschweig.

Sieben Volksbegehren sind in Niedersachsen bisher initiiert worden,...

…und nur eines hat es bis in den Landtag geschafft. Nun machen Sie uns keine Angst. Wir sind mutig. Am Ende wird abgerechnet.

Aber wenn Sie an formalen Hürden scheitern sollten, wird es schwieriger werden, Ihr Anliegen in der Politik anzubringen. Ein Risiko bleibt also?

Das sehe ich nicht so. Dafür ist die Unzufriedenheit im Land zu groß. Das spüren Sie schon allein, wenn sie mit Eltern von Gymnasiasten sprechen. Wir sind uns sicher, dass wir das schaffen werden.

Das Schulgesetz mit dem verkürzten Abitur an Gesamtschulen tritt im Sommer 2010 in Kraft. Sie stehen unter Zeitdruck und müssen einen eigenen Gesetzentwurf formulieren. Wie geht es jetzt weiter?

Das ist in der Tat eigentlich eine Aufgabe für Staatssekretäre, aber wir wissen gute Beratung an unserer Seite. Am Dienstag werden wir uns in Hannover treffen und die Ansätze bündeln. Wir müssen herausfinden, in welche Richtung wir gehen. Wichtig ist, dass wir Verbesserungen für alle Schulformen erreichen und nicht nur für die, die beim Schülerstreik am lautesten geschrien haben. Eventuell kommen wir auch zu zwei parallelen Gesetzentwürfen.

Montag, 22.06.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10518545/menuid/2048
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