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04. Februar 2012
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Ein Tag sprudelnder Erinnerungen

Fred Trau und Natalia Zlatkova waren dabei, als 1982 die erste Braunschweiger Delegation Kasan besuchte

Von Harald Duin

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Braunschweig, Kasan und die vielen Geschichten der Neugierde und Freundschaft. Eine Freundschaft hat 27 Jahre gehalten: die zwischen dem früheren VHS-Vize Fred Trau und der Kasanerin Natalia Zlatkova. Jetzt gab es in Braunschweig ein Wiedersehen.

Trau gehörte damals, 1982, zu den Erwachsenen, die eine Fahrt Braunschweiger Jugendlicher nach Kasan begleiteten – Millionenstadt an der Wolga, Hauptstadt Tartarstans und von Braunschweig rund 3000 Kilometer entfernt.

Natalia fiel damals allen auf, weil sie so schöne deutsche Sätze formulierte. Schöner als manche bei uns. Und sie wusste so vieles über unsere deutschen Dichter. Da war auch Fred Trau sprachlos.

Die große Politik wurde ausgeklammert. "In Kasan tranken wir immer wieder ganz offiziell Wodka aus Wassergläsern." So erinnert sich der frühere Braunschweiger Sozialdezernent Bernd Gröttrup, der 1982 dabei war. Der Wodka half, die Freundschaft zu vertiefen.

Natalia Zlatkova, heute mit einem Bulgaren verheiratet und Lehrerin in Sofia, ist aus Osterode nach Braunschweig gekommen. In Osterode veranstaltet das Alexander-David-Zentrum e.V. Braunschweig, eine Einrichtung liberaler Juden, eine internationale Jugendbegegnung. Und Natalia unterstützt dabei Alla Kazakewitsch, die Leiterin des Zentrums.

Der BZ-Reporter kommt hinzu, als Natalia Zlatkova und Fred Trau sich auf dem Platz der Deutschen Einheit treffen. Trau, mit einer Polin verheiratet, hat ein Erinnerungsalbum dabei. Darin abgeheftet ein russisches "Lied über Mütterchen Wolga" und deutsche Weisen: "Die Gedanken sind frei" und (für die vorgerückten Stunden) das Lied mit der unsterblichen Zeile "Die Affen rasen durch den Wald, der eine macht den anderen kalt . . ."

Natalia Zlatkova und Fred Trau posieren für den BZ-Fotografen zwischen den Fontänen. Das passt zu den heftig sprudelnden Erinnerungen, in denen natürlich mehrfach der Schicksalsstrom Wolga vorkommt.

Natalia Zlatkova spricht immer noch ein wunderbares Deutsch, hat ihre deutschen Lieblingsdichter, darunter Heinrich Heine, nicht vergessen. Fred Trau zeigt ihr seine Braunschweiger Lieblingsorte, unter anderem die Alte Waage, wo er viele Jahre Dozent für Russisch war.

Das BZ-Archiv ist voller Artikel über die Städtepartnerschaft Braunschweig-Kasan. "Wache Augen, kluge Fragen", so charakterisierte 1994 die frühere BZ-Redakteurin Karla Götz die BZ-Praktikantin Marina Chakimowa, Journalistin in Kasan. Was ist nur aus ihr geworden?

Donnerstag, 02.07.2009
Quelle: http://www.newsclick.de/index.jsp/artid/10577195/menuid/2048
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