So zeigen sich die Kandidaten im Internet
Die Politiker haben nicht nur eine eigene Internetseite – Auch in Internet-Gemeinschaften tummeln sie sich
Die Braunschweiger Bundestagskandidaten präsentieren sich nicht nur auf Plakaten und Veranstaltungen ihren Wählern. Sie sind auch im Internet auf Stimmenfang. Politische Inhalte bleiben da zuweilen auf der Strecke – ein kritischer Streifzug durchs Netz.
Carsten Müller, CDU
Müllers Bilanz und seine Ziele – ausführlich äußert sich der Bundestagsabgeordnete auf seiner Internetseite über seine Arbeit. Der Politiker hat außerdem ein Profil in der Internet-Gemeinschaft MeinVZ. Dass er offenbar ein Frühaufsteher ist, erfährt man kurioserweise auf dem Studi-VZ-Profil seiner SPD-Kollegin Carola Reimann. "Guten Morgen, Frau Reimann!" – diesen Gruß hat Müller, wie er auf Nachfrage bestätigte, im August dreimal frühmorgens auf Reimanns Profil hinterlassen.
Carola Reimann, SPD
Reimann liefert auf ihrer Internetpräsenz detailliert Auskunft über ihr politisches Wirken. Ohne Inhalte kommt ihre Bildergalerie auf dem Fotoportal Flickr aus. Acht Aufnahmen zeigen Reimann und Bundesjustizministerin Brigitte Zypries während einer Veranstaltung in Braunschweig. Ein Foto zeigt Zypries mit Mikrofon in der einen und Fächer in der anderen Hand – Überschrift: "Abkühlung bei hochsommerlichen Temperaturen". Worüber Zypries sprach, steht dort nicht.
Florian Bernschneider, FDP
Der Liberale nennt auf seiner Internetseite Ziele in punkto Bürgerrechte, Generationengerechtigkeit, Wirtschaft und Finanzen. "Florian Bernschneider und die FDP fordern" heißt es zu Beginn jedes Beitrags. Darin stehen bundespolitische Forderungen. Auf Braunschweig bezogenen Ziele? Fehlanzeige.
Über Twitter, einem Mini-Tagebuch im Internet, verrät Bernschneider regelmäßig auf einer Textlänge von bis zu 140 Zeichen, was er gerade macht. So schrieb er am Mittwoch um 13.45 Uhr für alle, die es wissen wollen, er stärke sich mit seinem Wahlkampfmanager im Imbiss.
Thomas Röver, Linke
Um die Internetpräsenz des Kandidaten der Linken zu finden, reicht es nicht, die Suchmaschine mit der Eingabe "Thomas Röver Braunschweig" zu füttern. Der erste Eintrag, den Google ausspuckt, führt zum Kreisverband der Linken. Dort der Hinweis auf Rövers Seite "www.roeverstattrummerkeln.de". Ein Menüpunkt dient dazu, die Anspielung auf Angela Merkel zu erklären: "Rummerkeln" sei ein Kommunikationsstil, mit dem Mächtige weniger Mächtige hintergehen. Unter dem Punkt "Unser Braunschweig" äußert sich Röver regelmäßig zur Tagespolitik in der Stadt.
Helmut Blöcker, Bündnis 90/Die Grünen
Blöcker stellt via Twitter Mini-Nachrichten ins Internet. Am 20. Juni schrieb er, er habe in sein Profil im sozialen Netzwerk "MeinVZ" erfolgreich ein Video mit dem Lied "Zensi, Zensa, Zensursula" eingebunden. Sein Kommentar: "Einfach cool!" Das Lied thematisiert Forderungen von Familienministerin Ursula von der Leyen, das Internet stärker zu überwachen.
Auf Blöckers MeinVZ-Profil findet ein Dialog mit Wählern statt. Der Kandidat beantwortet ausführlich und zeitnah Fragen von anderen Mitgliedern der Internet-Gemeinschaft zu politischen Themen.













