Was Kinder in der Zukunft anziehen
Futuristische Modenschau auf Zukunftsschiff im Hafen Veltenhof – Projekt des Hauses der Wissenschaft
"Es könnte ja einen Klimawandel geben, und das Ozonloch wird größer", befürchtet die neunjährige Bella. Sie trägt einen goldenen Umhang. "Der reflektiert und isoliert." Bei der Modenschau "Klamotten der Zukunft" gehört sie zu den Gewinnern.
Der Wettbewerb fand im Rahmen des Projekts „Forschungsexpedition
Braunschweig“ statt. Seit Juni entdecken 8- bis 16-Jährige in verschiedenen
Einrichtungen der Stadt die Welt der Wissenschaft.
Ihr Ziel gestern: das
Zukunftsschiff „MS Wissenschaft 2009“. Die schwimmende Ausstellungsfläche liegt
noch bis heute im Hafen Veltenhof vor Anker, ehe sie zu den verbleibenden der
insgesamt 34 Stationen in Deutschland weiterfährt. Dort erleben die Besucher mit
einer fiktiven Familie aus dem Jahr 2030 den Alltag der Zukunft.
Den
könnte sich der achtjährige Marc wie folgt vorstellen: Die Menschen tragen eine
Art Multimedia-Anzug. Auf dem Bauch kann eine Tastatur aufgeklappt werden. „Dann
braucht man nicht immer ein Heft dabei zu haben, wenn man etwas aufschreiben
will“, erklärt der junge Erfinder. Auch Zeit und Temperatur werden
eingeblendet.
Silbern und glitzernd – so wird die Kleidung in 20 Jahren
für den elfjährigen Leonard aussehen. „Vielleicht kann man mit dem Anzug mal
Solarenergie gewinnen“, sagt der Schüler vom Lessinggymnasium. Alles hat er
alleine gebastelt. Nur beim Helm habe die Mutter mitgeholfen.
„Alle haben
sich sehr viel Mühe gegeben“, lobt Claudia Richardt, Projektleiterin vom Haus
der Wissenschaft. Zwischen 20 und 30 Kinder seien bei der Forschungsexpedition
durch Braunschweig dabei.
Und dabei kommt man auf Ideen. So auch der
zehnjährige Jan, der sich die Arbeitskleidung eines Arztes der Zukunft
übergestülpt hat. In der Tasche allerhand Ausrüstung wie ein Mini-Röntgengerät.
In den Schuhen sind ausklappbare Rollen versteckt. „Damit man schnell von einem
Ort zum anderen kommt“, erklärt er.
Die Jury überzeugt die Konzeption.
Jan gehört zu den Gewinnern und darf auf eine Probereise im Flugsimulator des
deutschen Zentrums für Luft und Raumfahrt gehen.
Aber so manches Kind
blieb bodenständig. Die elfjährige Alena von der IGS Querum stellte ein
Abendkleid vor. „Die habe ich schon in alten Filmen gesehen. So sehr verändern
die sich nicht“, erklärte sie das relativ normale Aussehen.
Einfach
machte es sich Tabea. Sie trug einen Schlafanzug. „Vielleicht sind die Leute ja
in 20 Jahren zu faul, um sich anzuziehen“, vermutete sie. Wer weiß das schon...













