TU beim Thema Kaffee erste Sahne
Das Haus der Wissenschaft wurde am Tag des Kaffees zu einem Marktplatz rund um die Bohne
Kein kalter Kaffee der Informationstag im Haus der Wissenschaft zum Tag des Kaffees. Der Ort: eine Reverenz des deutschen Kaffeeverbandes an Braunschweig. Die Stadt ist Zentrum der deutschen Kaffeeforschung.
Oben im Haus der Wissenschaft ein Marktplatz rund um die Bohne. Mitten drin einer der Kaffeeexperten an der Technischen Universität: Professor Dr. Dirk Selmar, der beispielsweise alles über die Aufbereitung des Rohkaffees weiß und uns daran erinnert, dass viele Erkenntnisse über die Chemie des Kaffeegetränks, den Röstprozess und die Entkoffeinierung in Braunschweig erarbeitet worden sind.
Der deutsche Kaffeeexperte schlechthin war der längst emeritierte frühere Leiter des Instituts für Lebensmittelchemie, Professor Hans Gerhard Maier. An diesem Institut wird die Kaffeeforschung heute von den Professoren Peter Winterhalter und Ulrich Engelhardt erfolgreich fortgesetzt. Winterhalter arbeitet zurzeit an Methoden zur chemischen Unterscheidung von Arabica- und Robusta-Kaffees. Engelhardt erforscht, wie die Bitterstoffe im Kaffee entstehen.
Am Institut für Physikalische Chemie, in einer Arbeitsgruppe um Professor Heiko Cammenga, werden Aspekte der Kaffeeröstung und der Entkoffeinierung bearbeitet.
Professor Ingo Rustenbeck beschäftigt sich in seinem Institut mit den gesundheitlichen Auswirkungen des Kaffeekonsums, untersucht beispielsweise, ob das Diabetes-Risiko durch Kaffee gesenkt werden kann. Rustenbeck: "Muss ein Kaffeetrinker früher sterben als ein Kaffee-Abstinenzler? Mit Sicherheit nicht." Von der Kaffeeforschung an der TU hat übrigens auch die Braunschweiger Heimbs Kaffee GmbH profitiert.
Der Kaffee kann von vielen Seiten behandeln werden und ist, wie Dr. Peter Albrecht in seinem Vortrag zeigte, ein spannendes Thema auch für Sozialwissenschaftler.
Einst, erinnerte er, war es üblich, wegen des schönen Scheins den Röstkaffee zu färben. Farben, die unter anderem Antimon, Arsen, Baryum, Blei, Cadmium, Chrom, Kupfer, Quecksilber und Uran enthielten, waren besonders wirksam. Albrecht: "Erst 1878 wurden Farben, welche die genannten Stoffe enthielten, für den Einsatz im Lebensmittelbereich verboten."
Es gab einst auch, und da schüttelts den Kaffeetrinker von heute, künstlichen Kaffee. Von einem Fall berichtete 1867 die Wiener Medicinalbehörde. In diesem Falle bestand der Kaffee aus leicht geröstetem Eichelmehl und aus Getreidemehl.













