Beim Jubiläumsflug nicht vom Winde verweht
42 Jahre alter Schulungs-Segelflieger des Aero-Club startete zum 30 000. Mal Bisher 6406 Stunden in der Luft
"Das war durchaus turbulent", sagte Reinhard Manlik, Jubiläums-Fluggast des Aero-Club Braunschweig am Samstag beim 30 000. Flug des Segelfliegers ASK 13. Windgeschwindigkeiten von geschätzten 45 Stundenkilometern in 500 Metern Höhe machten den Start zu einem "ruppigen" Erlebnis.
Der Schuldoppelsitzer des Vereins, neben der Akademischen Fliegergruppe Akaflieg der TU einziger übrig gebliebener Segelflugverein in der Stadt, ist 42 Jahre alt. "Wenn sie richtig gewartet werden, ist das Alter für Segelflugzeuge kein Problem", meinte Aero-Club-Werkstattleiter Rudolf Müller.
Das Besondere an diesem Schulflieger ist also nicht das Alter, sondern die Zahl seiner Starts. "Unser Verein hat stets bis zu sechs Flugschüler. An manchen Tagen fliegt der ASK 13 mehr als 30 Mal", erläuterte Segelflug-Gruppenführer Günter Bertram. "So kam die große Zahl zustande."
Der Ex-Tornado-Pilot war der Pilot des windigen Jubiläumsfluges, bei dem Reinhard Manlik als Gast dabei war. Seine Erfahrung hat mich natürlich beruhigt", sagte Manlik, Ratsherr und Aufsichtsratsvorsitzender der Flughafen-Gesellschaft. "Er ist immer ein guter Ansprechpartner für uns", begründete Rudolf Müller, warum der Aero-Club Manlik zu dem besonderen Flug eingeladen hatte. Mit einer Seilwinde, angetrieben von einem 200 PS Dieselmotor, wurde der Doppelsitzer in die Luft gezogen. Wegen des kräftigen Gegenwindes ging es steil aufwärts. "Etwa ab 200 Meter Höhe bis zum Ausklinken in 600 Metern hat es ganz schön gewackelt", räumte auch Pilot Bertram ein. "Mit anderen Gästen oder unerfahrenen Flugschülern wären wir an diesem Tag nicht gestartet."
Doch der 30.000 Flug stand an und sollte möglichst nicht verschoben werden. "Seit ich einmal mit der jordanischen Kunstflugstaffel mitgeflogen bin, kann mich eh nichts mehr erschüttern", berichtete der Fluggast.
Im Januar 1979 hatte der Aero-Club den robusten Segelflieger mit Stahlrohrrumpf und stoffbespannten Holzflügeln für knapp 20 000 D-Mark gebraucht gekauft. Insgesamt war der ASK 13 in 42 Jahren seit dem Bau im Juni 1967 genau 6406 Stunden in der Luft, das sind 12,8 Minuten pro Flug. Flugschüler drehen normalerweise nur eine relativ kurze Platzrunde, weil insbesondere Erfahrungen beim Start und bei der Landung gesammelt werden sollen. Dreimal wurde das Flugzeug generalüberholt, zuletzt im Jahr 1999.













