Kritik an Springer-Hinweis auf Mauer-Stück
"Braunschweig erhält kein Mauer-, sondern ein Springer-Denkmal", wettert Holger Herlitschke, Fraktionsvorsitzender der Grünen, nach der Zustimmung des Verwaltungsausschusses für die Schenkung eines Stückes der "Berliner Mauer" durch den Verlag. Es soll am 2. November auf dem Platz der Deutschen Einheit aufgestellt werden. Stein des Anstoßes ist die Inschrift einer begleitend aufzustellenden Informationstafel.
Die CDU/FDP-Ratsmehrheit setzte sich durch und verhinderte eine Veränderung des beanstandeten Textes, den in seinem Schlussabsatz auch die SPD ablehnte. Die Sozialdemokraten stimmten danach freilich für das Aufstellen des Mauerfragments. "Es ist bedauerlich, dass die ausgezeichnete Idee des Denkmals durch eine nicht angemessene Inschrift belastet wird", sagt SPD-Fraktionschef Manfred Pesditschek.
Der Rat der Stadt wird in seiner Sitzung des 17. November lediglich noch über die Schenkung der Axel Springer AG informiert. Oberbürgermeister Gert Hoffmann sicherte eine Diskussion zu. Die Grünen scheiterten zuvor mit ihrem Antrag, das Thema Mauer-Denkmal im Rat zu entscheiden.
Bereits am 20. Oktober hatte der Bezirksrat Innenstadt der Schenkung zugestimmt. Damals war jedoch der Text auf der Tafel noch unbekannt gewesen. Die Verwaltungsvorlage für das sogenannte Deutsch-Deutsche Mauer-Monument sei erst danach verschickt worden.
"Nur eine Werbeaktion"
Die Grünen sehen sich nach Bekanntwerden des Textes in ihrer Ablehnung bestätigt. Sie sehen in der Schenkung des Denkmals mehr eine Werbeaktion des Springer-Verlages. "Es ist eine Diskriminierung des Themas Mauerfall."
So lautet die Inschrift zu dem Mauerdenkmal: "Dieses Betonfragment war Teil der Mauer, die Berlin und Deutschland teilte. 28 Jahre lang war sie Mittel und Zeichen der Unterdrückung. Überwunden durch die friedliche Revolution in Ostdeutschland am 9. November 1989, sind ihre Teile heute Symbol für die Kraft von Freiheit und Selbstbestimmung aber auch ein Mahnmal für deren immerwährende Gefährdung. Ein Geschenk von Bild an die Stadt Braunschweig auf Vorschlag des Landes Niedersachsen zum 20. Jahrestag des Mauerfalls am 9. November 2009 in Erinnerung an den Zeitungsgründer Axel Springer (1912-85), der gegen alle Widerstände an seinem Traum von der Einheit Deutschlands festhielt."
"Für uns ist es ein normaler Vorgang, dass sich ein Stifter in dem Text der Informationstafel zum Denkmal wiederfindet", erklärt Oberbürgermeister Gert Hoffmann.













