Fliegen mit den Strahlen der Sonne
Schweizer Luftfahrtpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg erhielten Braunschweiger Forschungspreis
Eine Veranstaltung wie eine Punktlandung. Im Haus der Wissenschaft wurde gestern Abend der mit 30 000 Euro dotierte Braunschweiger Forschungspreis an die Schweizer Luftfahrtpioniere Bertrand Piccard und André Borschberg verliehen.
Deren Traum, mit ihrem Fluggerät "Solar-Impulse" einmal, die Sonnenstrahlen nutzend, die Welt zu umfliegen, dabei auch nachts ohne Treibstoff auszukommen, war begleitet von hochfliegenden Grußworten und Reden immer mit Querverweisen zum Braunschweiger Forschungsflughafen und dem hier versammelten Netzwerk der Luft- und Raumfahrttechnik.
TU-Präsident Professor Jürgen Hesselbach erwähnte in seinen Worten den Stunden vorher eröffneten Campus-Forschungsflughafen "ein einzigartiges Kooperationsmodell der TU und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt." Und zu den beiden Preisträgern: "Sie werden unsere Vorstellung von dem, was in der Mobilität machbar ist, nachhaltig verändern."
Oberbürgermeister Gert Hoffmann bewunderte den "unbedingten Mut" der beiden Preisträger, sich in Extremsituationen zu begeben. Er sprach von der Chance Braunschweigs, mit seiner Kompetenz beim Thema "Mobilität" bedeutende Forschungsprojekte nach Braunschweig zu holen.
Ministerpräsident Christian Wulff sagte, Deutschland sei auch durch die Leistungen der Wissenschaftler besser als alle anderen Länder durch die Krise gekommen. Und er plädierte auch dafür, offensiver über diese Leistungen zu reden. Den Festteilnehmern riet er: "Wenn sie immer nur bescheiden sind, sterben sie, ohne dass einer Notiz von ihnen genommen hat."
Die Festansprache hielt Christoph Franz, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen Lufthansa AG, die pointierte Laudatio Professor Johann-Dietrich Wörner, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt.
Wie immer, wenn einer couragierte Pläne hat, melden sich die Skeptiker und Bedenkenträger und teilen gerne mit, das Ganze werde ja wohl nicht klappen. Und wenn es dann doch klappt, sind dieselben Miesmacher "schon immer dafür gewesen". Bertrand Piccard und André Borschberg haben da entsprechende Erfahrungen machen müssen.
Hochfliegend war die Veranstaltung auch sonst. Sarah Ferede vom Staatstheater Braunschweig sang, am Flügel begleitet von Burkhard Bauche, Reinhard Meys unsterbliche Luftreise "Über den Wolken".
Und Sarah Ferede sang "Leaving on a Jet Plane" von John Denver, träufelte damit einen Schuss Melancholie in die fortschrittsgläubige Veranstaltung. Ein Mann verabschiedet sich schweren Herzens von seiner schlafenden Freundin und verspricht ihr beim Wiedersehen einen Hochzeitsring.
Schließlich Danilo von der Artistenschule Berlin. Mit Kraft und Eleganz spielte er mit der Schwerkraft.













