Der Rathausanbau bleibt, wie er ist
Stadt zieht Pläne für Sanierung oder Teilabriss zurück
Die Stadt lässt die Finger vom Rathaus-Anbau. Gestern Abend teilte Oberbürgermeister Gert Hoffmann dem Verwaltungsausschuss mit, dass die Verwaltung den Komplex am Bohlweg weder sanieren noch rückbauen werde.
Teilabriss oder umfassende Modernisierung? Monatelang hatte sich die Politik an diesem Thema heißgeredet. Runden von Experten und Anliegern wälzten das Problem, Architekten-Skizzen für eine mögliche neue Ansicht des Baus haben die Diskussion zusätzlich angeheizt.
Gestern legte Hoffmann das Projekt zu den Akten auf unbestimmte Zeit. Finanzielle Gründe führte er dafür an. "Steuerausfälle von rund 180 Millionen Euro in den nächsten Jahren schränken den finanziellen Spielraum der Stadt erheblich ein", ließ der Oberbürgermeister in einer Presseerklärung verlauten. Hoffmann sprach von 13 bis 20 Millionen Euro, die Rückbau oder Sanierung erfordern würden.
Hinzu gekommen wären Entschädigungszahlungen an die Mieter der Läden im Erdgeschoss des Komplexes als Ausgleich für die Beeinträchtigung während der Bauzeit. Diese zusätzlichen Zahlungen würden das Projekt derzeit unmöglich machen.
Ein weiterer Hinderungsgrund seien die komplizierten Rechtsverhältnisse, weil die Ladenzeilen am Bohlweg und am Langen Hof in den Händen verschiedener privater Eigentümer seien. "Eine extrem hohe Hürde", so Hoffmann.
Die Verwaltung sei aber gesprächsbereit, wenn Miteigentümer und Mieter in Zukunft das Gebäude unter Einbeziehung eines privaten Investors sanieren wollten.
Die Mitarbeiter müssten nun notgedrungen weiter mit den Umständen im Rathausanbau leben, erklärte der Oberbürgermeister auf Anfrage. In einem Interview im Sommer hatte er erklärt: "Der desaströse Zustand und seine energetische Verschwendung lassen gar keine Wahl: Es muss entschieden werden und kann nicht aufgeschoben werden."
Sehrt: Geschäftsleute haben Riesenchance vergeben
CDU-Fraktionschef Wolfgang Sehrt erklärte gestern: "Die Geschäftsleute, die hier nicht mitziehen wollten, haben eine Riesenchance vergeben. Das Gebäude bleibt sanierungsbedürftig, irgendwann kommen die Probleme auf uns und auf sie zu. Wir hätten das Thema gern weiterverfolgt."
Sein sozialdemokratisches Gegenüber Manfred Pesditschek meinte: "Es ist gut, dass die Verwaltung zur Vernunft gekommen ist und das Thema beerdigt hat. Sie muss nun aufzeigen, was sie tun will, um die Wärmedämmung zu verbessern. Denn dieses Problem bleibt ja bestehen."













