Schöne Bilder aus dem Rechner
Die 3D-Technik ist soweit, dass sie im Kino einen wirklichen Eindruck räumlicher Tiefe bietet
Es ist, im Haus der Wissenschaft, Deutschlands führende Tagung für Computergrafiker. Titel: "Vision, Modelling und Visualization". Die über hundert Referenten sind jung, manche nicht mal 30. Und doch sind sie bereits anerkannte Experten in den Bereichen maschinelles Sehen, Bildkommunikation und Computergrafik.
Ausrichter der Tagung sind der Braunschweiger Professor Marcus Magnor und sein Institut für Computergrafik sowie seine Kollegen Bodo Rosenhahn (Uni Hannover) und Holger Theisel Magdeburg.
Das Braunschweiger Institut hat wesentlich dazu beigetragen, die 3D-Film-Technik zu verbessern. Professor Magnor gestern auf der Tagung: "Vor zehn Jahren haben wir darüber geredet, womit heute Geld verdient wird."
Eine Frucht der Forschung: Google Earth. Dann die neuen faszinierenden Möglichkeiten, auch im modernen Kinofilm einen wirklichen Eindruck räumlicher Tiefe zu vermitteln.
Ein neuer Markt tut sich da auf. Nicht von ungefähr hat der Disney-Konzern im vergangenen Jahr in Zürich ein Forschungszentrum zur Perfektionierung des 3D-Films errichtet.
Die Möglichkeiten der Computergrafik werden auch das Fernseh-Erlebnis erweitern. Bislang müssen wir bei einer Fußball-Übertragung nehmen, was kommt. Künftig, so Markus Magnor, werde es möglich werden, bei einer solchen Sendung per Joystick jene Bilder auf den Schirm zu holen, die persönlich interessieren. War es wirklich abseits? Bitte, da könnte die Wiederholung der Szene in Zeitlupe, in der korrekten Perspektive helfen.
Das Institut für Computergrafik der TU ist gut im Geschäft, zum Beispiel mit Volkswagen. Bei einer Kooperation geht es um das Projekt "Virtuelle Nachtfahrt". Ziel ist, das Fahrzeuglicht im Sinne des Autofahrers zu optimieren. Benjamin Meyer, wissenschaftlicher Assistent bei Magnor, schreibt darüber gerade seine Doktorarbeit.
Noch ein Beispiel. Die Kuppel des Planetariums Wolfsburg soll mit Hilfe der Computergrafik zu einer Rundumleinwand werden.
Es ist auch eine Wissenschaft, die so ihre verspielten Seiten hat. Als visuelle Einstimmung auf ihre Tagung knöpften sich die Braunschweiger Computergrafiker das Gauß-Denkmal vor.
Eine Nebenfrucht der Tagung: Heute um 16 Uhr werden im Informatikzentrum, Mühlenpfordtstraße, interessante Forschungsergebnisse vorgestellt. Die Expertentagung endet diesen Mittwoch.













