Das Leiden und die Hoffnung
Fotos zeigen, wie schwer es die Wissenschaftler haben, den Wettlauf gegen die Tuberkulose zu gewinnen
Bilder eines internationalen Fotowettbewerbs, der 2008 von der Stopp-TB-Gesellschaft der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ausgeschrieben wurde. Matthias Stehr hat die Ausstellung nach Braunschweig geholt. Es sind Bilder des Leidens und der Hoffnung.
Stehr arbeitet im Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung als Wissenschaftler in der Abteilung für Genom-Analyse, die von Prof. Dr. Mahavir Singh geleitet wird. Stehr zur BZ: "Wir wollen wissen: Was macht Tuberkulose eigentlich zu einem gefährlichen Erreger?"
Die Abteilung für Genom-Analyse steht im Kampf gegen Tuberkulose weltweit an vorderster Front. Die Braunschweiger sind Partner bei mehreren EU-Projekten, in denen es insbesondere um bessere Diagnose-Verfahren und wirksamere Medikamente bei den neuen gefährlichen Formen der Tuberkulose geht.
Stehr schickte der BZ eine dreidimensionale Raumstruktur eines Proteins (Foto unten links), die am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung analysiert wurde.
Anhand solcher dreidimensionalen Modelle kann man am Computer neue Hemmstoffe suchen und entwickeln, die das Protein effektiv blockieren und damit helfen, den Erreger (Mycobacterium tuberculosis) abzutöten.
Tuberkulose, heißt es im Gesundheitsdienst des Auswärtigen Amtes, ist heute weltweit die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit bei Jugendlichen und Erwachsenen und die führende Todesursache bei HIV-Infizierten.
Sorgen machen aggressive Tuberkulose-Stämme, die mit Antibiotika nicht oder kaum behandelt werden können, weil diese Tuberkulose-Erreger Resistenten entwickelt haben. Matthias Stehr: "Wir möchten besser verstehen, warum das so ist."
Die neue Ausgabe des Magazins "Spektrum der Wissenschaft" spricht von zwei Millionen Menschen jährlich, die weltweit an dieser Epidemie sterben. Weitere acht Millionen infizieren sich neu. Am häufigsten wird die Lunge befallen. Ein Drittel der Weltbevölkerung, lesen wir im "Spektrum der Wissenschaft", ist mit dem Tuberkulosebakterium infiziert; jeder Zehnte erkrankt im Lauf seines Lebens an der aktiven Form. Noch eine Feststellung, die verstört: "In vier von zehn Krankheitsfällen wird die Tuberkulose nicht richtig diagnostiziert und behandelt."
Die Bilder der Ausstellung im Haus der Wissenschaft zeigen eines: Die Tuberkulose tritt am häufigsten in ärmeren Ländern auf. Zum Beispiel in Südafrika, wo die nächste Fußball-WM ausgetragen wird. In Südafrika sind mehr als 300 Tuberkulosefälle pro 100 000 Einwohner dokumentiert.
Bis 12. Februar, Haus der Wissenschaft (1. OG), Pockelsstraße 11. Montag bis Freitag 9 bis 20 Uhr













