Ton zwischen Stadt und Bahn wird rauer
Große Lösung für Bahnhofs-Sanierung sehr fraglich
Die Bahn hat gestern angekündigt, schon in den nächsten Tagen mit der Modernisierung des Hauptbahnhofs zu beginnen und im kommenden Jahr die Aufzüge zu den Bahnsteigen einzubauen. Dennoch gibt es Ärger. Eine darüber hinaus gehende Modernisierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes am Berliner Platz scheint fraglicher denn je.
Rau ist der Ton geworden – gar unversöhnlich? Die Bahn wirft der Verwaltung mittlerweile vor, überzogene Forderungen zu stellen. Auch daran drohten die Verhandlungen über eine weitere Aufwertung des Bahnhofs zu scheitern.
Die DB-Manager haben offenbar schwer geschluckt, als sie in den vergangenen Tagen Post aus Braunschweig erhielten. In einem Brief fordert die Verwaltung weitere bauliche Verbesserungen, die den Hauptbahnhof attraktiver machen sollen. Das bestätigt Stadtbaurat Wolfgang Zwafelink.
Er erwartet zunächst, dass das Versprechen eingehalten wird, die Aufzüge zu den Gleisen Anfang 2010 einzurichten. Zum anderen solle gleich bei dieser Gelegenheit der enge und dunkle Personentunnel aufgewertet werden. Oberlichter könnten den Einfall von Tageslicht ermöglichen.
Bahn: Forderungen der Stadt sind überzogen
Bahn-Sprecher Egbert Meyer-Lovis hält diese Forderung für überzogen: "Das alles wäre durch die massiven statischen Eingriffe in die Gleisbrücken nicht aus den Erträgen eines Freizeit- und Eventcenters zu finanzieren."
Damit spricht Meyer-Lovis den zweiten Streitpunkt an. Beim laut Bahn "hochwertigen Freizeit- und Eventcenter mit dezentem Außenauftritt" handelt es sich um drei Spielhallen, die in das frühere IC-Restaurant ziehen sollen. Das Unternehmen stellt der Stadt jetzt ein Ultimatum und fordert, bis Mitte Dezember die Konzessionen erteilt zu bekommen.
Ob die Stadt dieser Forderung überhaupt nachkommt und dann auch noch innerhalb von einer Woche, scheint fraglich. Sucht-Experten kritisieren die geplanten Spielhallen vehement, nicht alle Ratsfraktionen sind dafür, und gestern hat auch der Stadtbaurat Position bezogen. Seine Haltung gegenüber der Spielhalle sei prinzipiell sehr kritisch, sagt Zwafelink.
Stadt: Bahn muss Vertrauen wiederherstellen
Er betont: Zunächst einmal soll die Bahn mit der Bereitschaft zum Aufwerten des Gebäudes verloren gegangenes Vertrauen wiederherstellen. Nicht eingehaltene Versprechen, etwa beim Bau der Aufzüge, hätten zu einem gewissen Misstrauen geführt.
Die Bahn plant eigenen Angaben zufolge, mit den Einnahmen aus der Vermietung an den Spielhallen-Betreiber den Bahnhof über das bisher bekannte Maß hinaus zu sanieren, unter anderem den denkmalgeschützten Kubus. Die Kosten seien von einem Architekten auf 580 000 Euro geschätzt worden.
In einem Vereinbarungs-Entwurf, der der Verwaltung vorliege, sage das Unternehmen weitere Aufwertungen zu wie frisch gestrichene Wände und Decken in der Empfangshalle und des Personentunnels. Außerdem soll der Süd-Zugang attraktiver werden.
Darüber hinaus biete das Unternehmen der Stadt unentgeltlich weitere Flächen für Fahrradständer – vorausgesetzt, diese genehmigt die Spielhallen und zieht ihre Forderung nach dem Einbau von Lichtkuppeln zurück.
Danach aber sieht es – zumindest derzeit – nicht aus.













