Schulterschluss gegen Atom-Pläne in Thune
Grüne: Transport der maroden Asse-Fässer nach Braunschweig birgt unkalkulierbare Risiken für Bevölkerung
Politik und Verwaltung stemmen sich gegen die Erweiterung des Kompetenzzentrums für sichere Entsorgung in Thune. Es gibt einen breiten Schulterschluss in der Stadt gegen die Pläne, Atommüll aus der Asse nach Braunschweig zu karren und bearbeiten zu lassen.
Für den Ausbau der bestehenden Anlage sei eine Baugenehmigung erforderlich, heißt es bei der Stadt. Diese werde aber nicht erteilt. Denn eine so genannte Veränderungssperre im Bebauungsplan, die Oberbürgermeister Gert Hoffmann angekündigt hatte, soll die Realisierung einer größeren Atom-Anlage in Braunschweig schon im Keim ersticken.
Die Grünern lehnen die Pläne der Firma Eckert & Ziegler (früher Buchler) traditionell entschieden ab. Diesmal stehen aber auch CDU und FDP an ihrer Seite.
"Der Transport der maroden Atommüll-Fässer nach Braunschweig birgt unkalkulierbare Risiken für die Bevölkerung. Insofern begrüßen wir die Absicht des Oberbürgermeisters, die Bearbeitung des Asse-Mülls verhindern zu wollen", erklären die Grünen. Gleichzeitig kritisieren sie Hoffmann, weil er 2002 aus dem Widerstand gegen das Endlager Schacht Konrad ausgeschert war.
CDU-Fraktionschef Wolfgang Sehrt sagt: "Auf keinen Fall wird es in Thune oder woanders in Braunschweig ein Zwischenlager oder eine Aufarbeitung von Asse-Fässern geben." Scharf reagiert auch die FDP. "Braunschweig ist nicht die Mülltonne der Region", meint FDP-Ratsherrin Juliane Lehmann.
Bezirksbürgermeisterin Heidemarie Mundlos (CDU) erklärt: "Der Schutz der Bürgerinnen und Bürger hat Vorrang vor Neuansiedlungen oder neuen Geschäftsbereichen mit derart risikobehaftetem Potential. Statt die Asse-Fässer durch die Landschaft und bewohnte Bereiche zu fahren, sollten sie vor Ort bearbeitet werden."
Asse-Müll ist fraglos ein Reizwort. Die Beschwichtigungen der Betreiber des Kompetenzzentrums dringen nur schwach durch. Nach Thune kämen nur Fässer, die das Unternehmen auf der Grundlage bestehender Genehmigungen zur vorgesehenen Ablagerung für den Schacht Konrad vorbereiten könne.
"Die in Frage kommenden Fässer enthalten stofflich nichts anderes als den üblichen schwach- und mittel-radioaktiven Abfall, den die Anlage seit Jahrzehnten etwa aus den nuklearmedizinischen Abteilungen der Krankenhäuser oder aus der Strahlentherapie annimmt und bearbeitet", heißt es.













